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BEIL-ATTACKE: Drei Opfer und der Beschuldigte noch immer im Spital

Nach der Beil-Attacke vom Sonntagabend in Flums liegen noch immer vier Personen im Spital. Darunter ist auch der mutmassliche Täter, der von der Polizei angeschossen und schwer verletzt wurde. Er wurde ein erstes Mal vernommen.
Reto Vincenz/Johannes Wey
Am Tatort wurde ein Beil gefunden. Es dürfte sich um die Tatwaffe handeln. (Bild: Kapo)

Am Tatort wurde ein Beil gefunden. Es dürfte sich um die Tatwaffe handeln. (Bild: Kapo)

Beim mutmasslichen Täter von Flums handelt es sich gemäss bestätigten Polizeiangaben um einen 17-jährigen Teenager mit lettischer Staatsbürgerschaft. Er kam im Juni 2013, im Rahmen eines Familiennachzuges, in die Schweiz. Seither wohnt er in Flums bei seinen Eltern (Mutter und Stiefvater) und besitzt die Aufenthaltsbewilligung B. Er befindet sich in einer Berufslehre.

Am Montag wurde er wie angekündigt ein erstes mal vernommen. Da seine Aussagen ein wichtiger Teil im grundsätzlich geheimen Strafverfahren seien, werde der Inhalt nicht veröffentlicht, schreibt die St.Galler Kantonspolizei in einer Mitteilung. Der mutmassliche Täter befindet sich noch immer in Spitalpflege, nachdem er von der Polizei bei der Festnahme angeschossen und schwer verletzt worden war. Ebenfalls noch in Spitalpflege sind drei weitere Personen, die mit dem Beil angegriffen worden waren. Weitere Auskünfte zu dem Fall seien mit Verweis auf das laufende Verfahren bis auf weiteres weder von der Kantonspolizei noch von der Staatsanwaltschaft zu erwarten.


Auffälliges Verhalten

Der beschuldigte Jugendliche hatte sich bis zum Sonntagabend keinerlei Straftaten schuldig gemacht. Gleichwohl war er den Behörden bekannt, weil eine Person der Jugendarbeit im Juni 2017 der Kantonspolizei St. Gallen «ein auffälliges Verhalten des jungen Mannes» gemeldet hatte. Im September 2017 erfolgte zudem eine ähnlich gelagerte Information der Berufsschule an die Behörden. Wegen dieser Mitteilungen wurde die Kriseninterventionsgruppe des schulpsychologischen Dienstes des Kantons St.Gallen beigezogen. Daraus resultierte in Absprache mit der Kantonspolizei St.Gallen eine Gewalteinschätzung der Krisenintervention.

Am Tatort wurde ein Beil gefunden. Es dürfte sich um die Tatwaffe handeln. (Bild: Kapo)

Am Tatort wurde ein Beil gefunden. Es dürfte sich um die Tatwaffe handeln. (Bild: Kapo)

Gemäss dem Leiter der kantonalen Jugendanwaltschaft, Stephan Ramseyer, habe zum damaligen Zeitpunkt aber keine akute Gefährdung von Drittpersonen festgestellt werden können. Weil kein strafbares Handeln des Jugendlichen vorlag, habe die Staatsanwaltschaft keine Strafuntersuchung eröffnet. Nun wird gegen ihn laut Ramseyer wegen mehrfacher versuchter Tötung und mehrfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz ermittelt. Er wird in Untersuchungshaft genommen.

Viele Gerüchte im Umlauf

Mehr gesicherte und von den Behörden bestätigte Fakten gab es zum Täter nicht. Dafür brodelte in Flums selber, auf den Social-Media-Plattformen und in der Berichterstattung der Online-Medien, die Gerüchteküche. Insbesondere ein Profil des Täters auf VKontakte, dem russischen Pendant zu Facebook, rückte in den Fokus des Interessens. Dabei soll der mutmassliche Täter seine Gewaltfantasien offenbart haben.

Die Tat vom Sonntag kam aber für mehrere Freunde und Bekannte des Verhafteten offenbar völlig überraschend. Gegenüber dem «Sarganserländer» und anderen Medien versicherten verschiedene Personen, dass sich der 17-jährige in den Tagen und Stunden vor den schrecklichen Ereignissen völlig normal verhalten habe. Generell wurde der Jugendliche als eher zurückhaltend beschrieben.






Der Tatort wurde von der St.Galler Kantonspolizei weiträumig abgesperrt (Bild: Keystone)

Der Tatort wurde von der St.Galler Kantonspolizei weiträumig abgesperrt (Bild: Keystone)

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