Bei Corona-Grenzkontrolle Polizisten angefahren: 52-Jährige verurteilt

Einer Autofahrerin riss bei einer Einreisekontrolle an der österreichischen Grenze der Geduldsfaden. Sie fuhr auf einen Polizisten los und flüchtete danach. Jetzt wurde sie wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt.

Christiane Eckert
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Hanspeter Schiess

Eine 52-jährige, in Vorarlberg wohnhafte Schweizerin musste sich vor dem Landesgericht in Feldkirch verantworten: Sie hatte sich während des Lockdowns einer Einreisekontrolle widersetzt. Die Frau befindet sich inzwischen in stationärer psychiatrischer Behandlung.

Am 25. April wurden in Höchst Einreisekontrollen durchgeführt. Die 52-Jährige wollte von der Schweiz nach Österreich einreisen. Sie zeigte den Führerschein vor und meinte, dass dies ausreichen müsse. Als der zur Kontrolle eingeteilte Soldat noch einen Reisepass oder Personalausweis sehen wollte, zeigte sie sich höchst unkooperativ und schimpfte, dass sie jetzt einfach nur weiterfahren wolle. Der diensthabende Polizist bekam die Diskussion mit und stellte sich in rund zwei Meter Entfernung vor den wuchtigen Pick-Up der 52-Jährigen. Sie startete den Motor und fuhr los. Der Beamte hatte die Situation im Auge behalten, die Pistole aus dem Holster geholt und sie vor sich auf den Boden gerichtet. Doch auch dies liess die Lenkerin unbeeindruckt, sie fuhr auf den Mann zu. Der Polizist sprang hoch und rollte mit dem Oberkörper über die Motorhaube ab – er blieb unverletzt. Danach bremste die Frau ab, setzte dann aber ihre Flucht fort. Mit zwei Polizeiautos wurde sie verfolgt. An einer roten Ampel in Hard wurde sie gestoppt.

Als Motiv gab die 52-Jährige an, dass sie Angst gehabt habe. Sie habe sich eingebildet, der Beamte habe die Waffe auf sie gerichtet, da habe sie Panik bekommen. Bei ihrer Einvernahme machte sie einen verwirrten Eindruck. Ein Konsum von Drogen oder Alkohol konnte aber nicht festgestellt werden. Das Gericht verurteilte die Frau wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt sowie versuchter, schwerer Körperverletzung zu 3600 Euro Strafe plus weiteren 3600 Euro auf Bewährung.