«Behauptungen sind mehr als widersprüchlich»

Nachgefragt

Merken
Drucken
Teilen

Der Bergbahnenstreit im Toggenburg geht in die nächste Runde. Mélanie Eppenberger, VR-Präsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG, hatte in ihrem Verwaltungsratsbericht Vorwürfe gegen die Bergbahnen Wildhaus AG (BBW) erhoben (Ausgabe vom 27. Oktober). Jack Rhyner, VR-Präsident der BBW, nimmt Stellung.

Jack Rhyner, Ihnen wird vorgeworfen, die Bergbahnen Wildhaus AG schöpfe ungerechtfertigt Poolumsätze ab.

Das Resultat aus dem Tarifverbund ist eine Folge der effektiven Gästenachfrage. Wir haben immer für unsere gemeinsamen Kunden gebaut und werden das auch mit unserem Projekt Wildhaus 2.0 zukünftig tun. Unsere Messlatte ist einzig und allein das Gästebedürfnis.

Worauf genau basiert denn der Tarifpool?

Unser Pool basiert auf den technischen Werten, also dem Wert der investierten Anlagen multipliziert mit der Anzahl der damit beförderten Personen. Der Tarifpool bildet in der Folge die Nachfrage im Verhältnis zur Investition ab. Er wird in der gleichen oder einer ähnlichen Form in sämtlichen uns bekannten Wintersportgebieten im Alpenraum angewandt. Wenn man eine einfache Überschlagsrechnung macht, dann kommt man zwangsläufig zum Schluss, dass der aktuelle Poolverteiler so grundfalsch nicht sein kann: Wildhaus realisierte im vergangenen Winter 53,4 Prozent der Ersteintritte der Region. Wenn dabei am Schluss ein Poolanteil von 48,7 Prozent herausschaut, kann wohl von einer «Übervorteilung von Wildhaus» nicht die Rede sein.

Die Strategie der BBW soll laut Mélanie Eppenberger darauf ausgerichtet sein, Frequenzen zu generieren und die Gäste schnell wieder an der Talstation zu haben.

Auch diese Behauptung ist falsch. Die Strategie der BBW ist darauf ausgerichtet, den Gästen echte und gute Freizeiterlebnisse zu bieten. Durchaus auch sportliche.

Allgemein zweifelt Mélanie Eppenberger Ihre Investitionen und die Gebietsentwicklung an.

Diese Behauptungen sind mehr als nur widersprüchlich. Wie kann man von falschen Investitionen sprechen und uns gleichzeitig vorwerfen, dass unsere Anlagen für den Pool zu erfolgreich seien, also zu viele Gäste anziehen? Wir haben zu diesem Thema eine marktwirtschaftliche Haltung. Der Wurm muss bekanntlich dem Fisch schmecken und nicht dem Fischer. Ein gutes, stimmiges Angebot erzeugt die betriebswirtschaftlich notwendige Nachfrage. (kru)