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Bedingte Geldstrafe für Drohung gegen Polizisten

Prozess Das St. Galler Kreisgericht hat gestern einen 60-Jährigen zu einer bedingten Geldstrafe mit verschiedenen Auflagen verurteilt. Er hatte gegenüber seinen Angehörigen gedroht, er werde ein paar Polizisten umbringen, bis er erschossen werde.

An einem Freitag im Mai 2017 hatte der Angeklagte Heroin und Methadon konsumiert sowie Alkohol getrunken. Weil er Kopfweh bekam, nahm er eine Tablette. Er kann sich an die Geschehnisse nicht mehr erinnern, die dazu führten, dass ein grösseres Einsatzkommando der Polizei ausrücken musste.

Den «letzten Kampf» ausfechten

Die Sätze, die er besser nicht gesagt hätte, äusserte er zu seiner Frau und wiederholte sie später gegenüber seinem Sohn am Telefon. Er forderte sie auf, die Polizei rufen, er wolle seinen letzten Kampf ausfechten. Der Mann ist ein Waffensammler. Einer der Anklagepunkte betraf seinen unsorgfältigen Umgang mit Waffen: Sie seien überall im Haus herumgelegen. Letztlich ging die Sache für alle Beteiligten glimpflich aus. Der vom Sohn alarmierten Polizei gelang es, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen. Er willigte in ein Treffen ein. An einer Bushaltestelle liess er sich widerstandslos festnehmen. Er war unbewaffnet. Zuvor hatte er eine geladene Pistole bei einem Freund deponiert.

Die Staatsanwältin forderte gestern am Kreisgericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten, unter anderem wegen Nötigung sowie wegen versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, die für eine stationäre Suchttherapie aufzuschieben sei. Der Verteidiger hatte für die beiden Hauptanklagepunkte Freisprüche verlangt.

Das Gericht folgte in seinem Urteil weder der Anklage noch der Verteidigung. Es verurteilte den Mann zu einer auf drei Jahre ausgesetzten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Franken. Zum Vorwurf der versuchten Gewalt gegen Beamte gab es einen Freispruch. Der Konnex zu einer wirklichen Straftat liege zu weit weg, begründete der vorsitzende Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)

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