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Lokomotivführer Beat Schaub aus Buchs fährt auf 25 verschiedenen Strecken durch die Schweiz. (Bilder: Urs Bucher)

Lokomotivführer Beat Schaub aus Buchs fährt auf 25 verschiedenen Strecken durch die Schweiz. (Bilder: Urs Bucher)

Beat Schaub hat als Lokomotivführer seinen Traum gefunden: «Sargans–Zürich ist mein Favorit»

Sein Arbeitsplatz ist der Führerstand: Lokomotivführer Beat Schaub fährt im Zug auf vielen Routen durch die Schweiz. In einer bitterkalten Vollmondnacht hatte er sein schönstes Erlebnis auf Schienen
Ursula Wegstein

«Es war eine bitterkalte Vollmondnacht», erzählt Beat Schaub in der Stube seines Räfiser Elternhauses von seinem schönsten Erlebnis als Lokführer. Unterwegs auf seiner Lieblingsstrecke Sargans–Zürich fuhr er nachts am Walensee und Zürichsee entlang. «Die ganze Strecke war frisch verschneit. Alles hat geschlafen. Oben der Vollmond. Und unten die Ruhe.» Vielleicht so etwas wie «Stille Nacht» und «Leise rieselt der Schnee» auf einmal. Der 48-Jährige sagt:

«Das werde ich nie vergessen.»

Das Schönste an seiner Arbeit als Lokomotivführer sei für ihn, immer in der Natur zu sein. «Du bekommst die Jahreszeiten prima mit. Und hast trotzdem immer ein Dach über dem Kopf», erzählt er. Und ausserdem redet ihm niemand drein.

Den Kindheitstraum realisiert

Bähnler zu werden war Schaubs Kindheitstraum. Immer schon war er ein grosser Eisenbahnfan. «Klar hatte ich später in der Oberstufe auch andere Interessen», erzählt er weiter. «Ich wollte aber meinen Traum verwirklichen und bin dabei geblieben.»

«Das Schönste ist, dass ich in der Natur unterwegs bin und doch ein Dach über dem Kopf habe», sagt Beat Schaub. (Bilder: Urs Bucher)

«Das Schönste ist, dass ich in der Natur unterwegs bin und doch ein Dach über dem Kopf habe», sagt Beat Schaub. (Bilder: Urs Bucher)

Aufgewachsen in Räfis, lebt Beat Schaub heute mit seiner Ehefrau Marianne und den beiden Söhnen wieder in seinem Elternhaus. Für die zweijährige Lokomotivführer-Ausbildung ging er 1991 nach Zürich. Dort lernte er auch seine Ehefrau kennen. Nach der Heirat kam das Paar 2001 nach Räfis zurück. «Als die Kinder noch kleiner waren, habe ich das sehr genossen, manchmal tagsüber zu Hause sein zu können», sagt er.

«So habe ich viel miterlebt.»

Inzwischen hat sich durch die Schule jedoch der Rhythmus der Familie verändert. Es kommt jetzt vor, dass Schaub abends oder am Wochenende arbeitet und seine Söhne länger gar nicht sieht.

Kein Tag ist wie der andere

So etwas wie Routine kennt Schaub nicht. «Ich bin froh, dass ich nicht nur im Büro vor dem Computer sitzen muss», sagt er. Dass er mit seinem Job keine regelmässigen Arbeitszeiten und keinen regelmässigen Tagesablauf hat, ist dann die andere Seite. Er arbeitet jeden Tag zu anderen Zeiten. Fährt jeden Tag eine andere Strecke. Auch ist er mit verschiedenen Zügen unterwegs: Thurbo, Railjet, Güterzügen sowie mit weiteren Personenzügen. Das Schöne sei die Abwechs-lung, findet er.

Mit den unregelmässigen Arbeitszeiten lassen sich regelmässige Aktivitäten nur schwer vereinbaren. Aus dem Vorstand des Einwohnervereins Räfis-Burgerau hat sich Schaub darum auch zurückgezogen.

«Die alten Traditionen wie die Adventsfenster, das Altjohr-Usschella oder den Flaggala-Sunntig zu pflegen hat mir grossen Spass gemacht.»

Fixe Termine seien jedoch bei seinem Jahresarbeitsplan schwierig. «Darum helfe ich jetzt hauptsächlich bei der Homepage», fügt er bei. «Das lässt sich gut einteilen.» Auch beim Werdenberger Eisenbahn-Amateur-Klub Weak lässt er sich immer wieder blicken, wenn es sein Dienstplan zulässt.

«Ich bin froh, dass ich nicht nur im Büro vor dem Computer sitzen muss», sagt Lokomotivführer Beat Schaub. (Bilder: Urs Bucher)

«Ich bin froh, dass ich nicht nur im Büro vor dem Computer sitzen muss», sagt Lokomotivführer Beat Schaub. (Bilder: Urs Bucher)

Auch im Führerstand einer Eisenbahn ist die Zeit nicht stehen geblieben. Vieles hat sich verändert. «Früher hatten wir ganze Ordner voller Papier mit Streckeninformationen dabei. Heute haben wir alles auf dem iPad», sagt Schaub. Natürlich sei alles komplexer geworden. Immer mehr Züge sind in der Schweiz unterwegs. Auch der Zeitdruck sei grösser geworden.

Doch auch der Traumberuf Lokomotivführer hat seine Schattenseiten. Nicht wenige Lokführer werden im Laufe ihres Berufslebens Zeugen eines Suizids oder anderer tragischer Unglücksfälle. Manche von ihnen sind nach einem solchen Vorfall nicht mehr in der Lage, noch weiter als Lokführer unterwegs zu sein. Auch Beat Schaub hatte so ein Erlebnis. Intuitiv habe er sich in dieser Situation richtig verhalten. «Es war in der Dämmerung, als ich einen schwarzen Schatten sah. Dann habe ich nach unten geschaut. Dadurch hatte ich kein genaues Bild in meinem Kopf.»

Eigenes Rockmagazin gegründet

Die Musik ist Schaubs grösste Leidenschaft. Progressive Rock im Besonderen. Unter dem Namen «Blackflame» gestaltet Schaub seit über zehn Jahren Platten- und CD-Cover für Rockbands. Vom Motiv bis zum Foto. Stolz zeigt er seine Arbeit und erzählt:

«Einmal haben wir 230 Strohhüte symmetrisch auf einem Feld verteilt.»

Voller Begeisterung für die Band Pink Floyd gründete Schaub zusammen mit Kollegen im Jahr 1992 das Musikmagazin «Eclipsed».

Begeistert von Eisenbahnen und von Rockmusik: der 48-jährige Beat Schaub. (Bild: Urs Bucher)

Begeistert von Eisenbahnen und von Rockmusik: der 48-jährige Beat Schaub. (Bild: Urs Bucher)

Als reines Fanmagazin begonnen, thematisiert das Heft mittlerweile mit einer Auflage von 20000 bis 25000 Stück auch andere ähnliche Bands aus dem Genre Rockmusik beziehungsweise sphärische Musik. Auch drei gebundene Rock-Lexika – eine Art Nachschlagwerke über Bands, Alben und Musik – hat Schaub mit herausgegeben. Der vierte Band ist in Arbeit. Zum Schreiben kommt er inzwischen aber nur noch selten. Die Abonnenten-Betreuung für die Schweiz und die Hintergrundarbeit für einen eigenen Online-Auftritt macht Schaub jedoch immer noch persönlich.

Keine Angst vor autonomem Zug

Fährt der Zug irgendwann auch ohne ihn ab? «Ich glaube nicht, dass ich das noch erleben werde», sagt Schaub. Zwar kann er sich einen selbstfahrenden Zug durchaus vorstellen. Allerdings nur in einer eigenen Tunnelröhre oder auf einer eigenen Spur.

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