Baustop vor dem Spatenstich

Gegenwind für den Verein Skatepark in Arbon: Einen Tag, bevor er heute zum Spatenstich ansetzt, ist eine Gegeninitiative gestartet worden.

Max Eichenberger
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ARBON. Zuerst hat das Stadtparlament Nein gesagt zu einem Skateparkprojekt. Dann hat es einem Kompromissvorschlag zugestimmt und beschlossen, dem Verein Skatepark 730 Quadratmeter Land zur Verfügung zu stellen und einen Baubeitrag von 170 000 Franken bereitzustellen. Dies unter der Auflage, dass binnen zweier Jahre die Anlage gebaut werde. Weil Rechtsmittel ergriffen wurden, verstrich diese Frist. Die Einsprache des Natur- und Vogelschutzvereins Meise gegen die Baubewilligung wies der Kanton ab.

Im Amtsblatt angekündigt

Mit der Publikation im Amtsblatt ist das Volksbegehren «Keine Betonwüste auf dem Seeparkareal!» offiziell lanciert worden. Am Vorabend hatte SVP-Fraktionschef Andrea Vonlanthen an einer Parteiversammlung betont, dass es jetzt darum gehe, das letzte Mittel zu ergreifen, um den Skatepark am geplanten Standort im westlichen Seeparkgelände zu verhindern.

«Wir haben von Anfang an gegen eine Anlage an diesem Standort gekämpft», erinnerte Vonlanthen. Problematisch sei dieser wegen dessen Nähe zum Naturschutzgebiet. Das Areal sei auch Naherholungsgebiet. In der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen habe ein Skatepark nichts zu suchen.

Bei der umstrittenen Standortfrage hätte die SVP erwartet, dass das Parlament von sich aus das Projekt dem Volk vorlegt. «Es hat mit 18:3 Stimmen Nein gesagt zu einem Urnengang. Jetzt ziehen wir, wie angekündigt für diesen Fall, die Initiative durch.»

Gleichentags hat der Verein Skatepark angekündigt, den Spatenstich heute Samstag vornehmen zu wollen. «So will der Verein Sachzwänge schaffen», kritisiert Vonlanthen.

Skater fühlen sich bestärkt

Die Skater fühlen sich durch Stadtammann Andreas Balg bestärkt, der letzte Woche sagte, die Initiative könnte den Skatepark auch bei einem Ja kaum verhindern; es liege eine Baubewilligung vor und er sei zonenkonform. Die SVP zeigt sich erzürnt, dass der Stadtammann in einer öffentlichen Äusserung eine Initiative schlechtmache.

Bei einer Annahme wäre eine Umzonung vorzunehmen und der Verein durch die Stadt zu entschädigen, sagen juristische Berater der SVP. In einem Brief rät Vonlanthens überparteiliches Initiativkomitee dem Stadtrat «dringend, mit der Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung zuzuwarten und einen sofortigen Baustop zu erlassen».

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