"BAUER, LEDIG, SUCHT...": Kuppelshow mit Stallgeruch

Die Schweizer Landwirte flirten wieder öffentlich. Der Sender 3+ strahlt bereits die 13. Staffel von "Bauer, ledig, sucht ..." aus. Die Ostschweizer sind in der Sendung erneut überproportional vertreten.

Laura Widmer
Drucken
Teilen
Lukas B. wünscht sich eine Frau mit "Pfupf" und hofft, dass Selina die Richtige für ihn ist. (Bild: PD)

Lukas B. wünscht sich eine Frau mit "Pfupf" und hofft, dass Selina die Richtige für ihn ist. (Bild: PD)

"Für mich war es schon fast Liebe auf den ersten Blick", sagt Selina, als sie Lukas an der Stubete zum ersten Mal trifft. Die 22-Jährige wünscht sich einen starken Mann an ihrer Seite. Die Landwirtschaft ist für sie kein Neuland, ihre Grosseltern waren auch Bauern. Selina hat sich bei "Bauer, ledig, sucht..." für den Jungbauern Lukas B. aus dem Kanton St. Gallen beworben (der Sender gibt weder Nachnamen noch Wohnorte der Kandidaten bekannt). Unbedingt kennen lernen wollte sie Lukas wegen seiner "schönen Augen und der Ausstrahlung". Lukas B. hat schon mit 16 Jahren den Hof übernommen und früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Er wünscht sich eine Frau mit viel "Pfupf" und hofft, mit Selina fündig geworden zu sein. Bevor sie jedoch eine Woche mit dem Bauern auf seinem Hof verbringen darf, muss sie sich erst noch gegen ihre Konkurrentin durchsetzen. Bei der Stubete von "Bauer, ledig, sucht..." haben nämlich die Bauern die Wahl zwischen zwei Herzdamen. 

An die Stubete gereist sind neben Lukas B. auch zwei andere Ostschweizer Bauern. Lukas G. ist 26-jährig und hat den Hof von seinem Vater im Kanton St.Gallen übernommen. Er bezeichnet sich als Familienmensch und wünscht sich eine eigene grosse Familie. Die Frau dafür hat er allerdings noch nicht gefunden. Bodenständig soll sie sein und seine Freude an Tieren und der Hofarbeit teilen. "Die Frau soll mich so nehmen, wie ich bin, mit allen Macken", sagt er. Die Hofwoche wird die 22-jährige Jennifer mit ihm verbringen. Sie ist Mutter eines kleinen Sohnes, arbeitet in einer Metzgerei und liebt Hunde über alles. Das passt gut, hat Lukas doch die Berner Sennenhündin Mira zum Treffen mitgenommen. Angemeldet worden war Lukas von seiner Schwester.

Es komme häufig vor, dass Familienmitglieder oder Freunde die Bauern anmelden, heisst es bei 3+ auf Anfrage. Der Sender suche auch vereinzelt selbst Kandidaten, beispielsweise an Landwirtschaftsmessen. Ebenfalls vorgekommen sei, dass Bauern aus vergangenen Staffeln befreundete Bauern zur Teilnahme an der Sendung ermunterten.

Auf der Suche nach der Liebe ist auch Bauer Stefan aus dem Thurgau. Seine grosse Leidenschaft ist das Tanzen. Zweimal in der Woche besucht er einen Tanzkurs. An anderen Tagen verausgabt sich der 32-Jährige in seinem eigenen Fitnessraum. Stefan ist gläubiger Katholik und geht jeden Sonntag in die Kirche. Er wünscht sich eine Frau, die offen für seinen Glauben ist und sich ebenfalls nach Hochzeit und vielen Kindern sehnt. Für die Hofwoche hat sich Stefan die 23-jährige Deborah aus dem Kanton Aargau ausgesucht. Sie ist gelernte Detailhandelsfachfrau. Wie Stefan ist auch Deborah römisch-katholisch. Eine Hochzeit in der Kirche ist für sie ein Muss. Ob allerdings Stefan der Richtige ist, muss sich erst noch zeigen.
 

Besonders bei jungen Frauen beliebt

"Die Sendung 'Bauer, ledig, sucht...' gehört zu den erfolgreichsten Eigenproduktionen von 3+", heisst es beim Sender auf Anfrage. In der werberelevanten Zielgruppe von 15 bis 49 Jahren hatte die erste Episode der neuen Staffel 20,1 Prozent Marktanteil. Noch nicht einberechnet sind bei diesem Wert die Zuschauerinnen und Zuschauer, die die Sendung auf der Webseite von 3+ konsumieren. Besonders beliebt ist die Kuppelsendung bei jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren. Sie schwingt dort mit 32,3 Prozent Marktanteil in der ersten Folge obenaus. Damit die teilnehmenden Landwirte ein möglichst breites Spektrum abdecken, achtet der Sender beim Casting nicht nur auf das Alter der Kandidaten, sondern auf diverse weitere Faktoren: den Beziehungsstatus, die Art des Hofes, Herkunft, Dialekt, sogar Hobbys werden bei der Auswahl berücksichtigt. 
 

Ohne Coaching und Drehbuch

In der Sendung wirken die Bauern oft, als seien sie für ihren Auftritt geschult worden. Der Sender dementiert dies vehement. Weder durchliefen die Bauern ein Coaching, noch gebe es ein Drehbuch, heisst es bei der Medienstelle von 3+. "Wir nehmen die Bauern so, wie sie sind." Szenen wiederholt würden nur in ganz wenigen Fällen – beispielsweise dann, wenn die Hintergrundgeräusche zu laut sind. Die Sendung habe den Anspruch, einen passenden Partner für die Kandidaten zu finden. "Wir glauben, die gute Bilanz in den vergangenen Jahren mit 17 Hochzeiten und 21 Kindern gibt uns recht." Die Chancen stehen also gut, dass auch in dieser Staffel wieder mehrere Paare ihr Glück finden werden. 

Für die laufende Staffel werden übrigens noch Singlefrauen gesucht – für Urban, Sven, Franz und einen zweiten Franz kann Frau sich noch bewerben. Voraussetzung ist allerdings auch eine Vorliebe für die Ostschweiz: Alle vier stammen aus dem Kanton St.Gallen.

Stefan aus dem Thurgau hat sich Detailhandelsfachfrau Deborah ausgesucht. (Bild: PD)

Stefan aus dem Thurgau hat sich Detailhandelsfachfrau Deborah ausgesucht. (Bild: PD)

Lukas G. entschied sich am Schluss für Jenny. (Bild: PD)

Lukas G. entschied sich am Schluss für Jenny. (Bild: PD)