Bald Skyline am See

Der Bregenzer Bahnhof soll bereits 21 Jahre nach seiner Erstellung abgerissen werden. Die Österreichische Bundesbahn hat das Bauland für einen Neubau an private Investoren abgetreten.

Gernot Grabher
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Auf dem Parkplatz beim Bahnhof soll dereinst eine neue Skyline das Bild bestimmen. (Bild: Gernot Grabher)

Auf dem Parkplatz beim Bahnhof soll dereinst eine neue Skyline das Bild bestimmen. (Bild: Gernot Grabher)

Bregenz. Die Österreichische Bahn räumte einer Vorarlberger Bietergemeinschaft das Baurecht auf dem Bregenzer Bahnhofsgelände für die nächsten 80 Jahre ein. Die neuen Rechtsinhaber um die beiden heimischen Baufirmen Rhomberg und Schertler wollen den erst 21 Jahre alten Bahnhof nun abreissen und im Zuge der Überbauung des angrenzenden Seestadt-Areals unweit vom alten Standort einen neuen errichten. Bregenz erhält damit entlang des Seeufers eine völlig neue Skyline.

Nach 21 Jahren veraltet

Schon wegen seiner Architektur mit grauen Sichtbetonwänden und den grünen Blechdächern war der Bregenzer Bahnhof nicht gerade eine Visitenkarte der Vorarlberger Landeshauptstadt. Und «irgendwie verkehrt» stand er mit der nördlichen Schmalseite an den Gleisen.

Als er gebaut wurde, hoffte man im Bregenzer Rathaus allerdings noch, die Schienen wie die Autobahn weg vom Ufer in einen Tunnel durch den Pfänder abdrängen zu können.

Die Querstellung des Gebäudes sollte die Verlegung der aus dem Tunnel kommenden Gleise auf die andere Seite des Gebäudes offen halten. Die Jahrtausendlösung, die Bregenz von der Bahnlinie am See befreit hätte, zerschlug sich vor allem, weil die hochverschuldete Stadt ihren Kostenanteil nicht aufbringen konnte.

Bahnhof für 70 Millionen Euro

Die Vorarlberger Bietergemeinschaft erwarb nun das Baurecht auf dem 6000 Quadratmeter grossen Bahnhofsgelände von der Immobilientochter der ÖBB.

Nach 80 Jahren wird die Immobilie allerdings wieder an die Bahngesellschaft zurückfallen. Die neuen Nutzungsberechtigten wollen etwas versetzt vom derzeitigen Standort einen neuen und kleineren Terminal errichten, der für die täglich 7500 Bahnbenützer ausreichen soll.

Der neue Bahnhof soll über einer Tiefgarage drei Geschosse hoch werden und neben Geschäften und Restaurants auch Büros und Wohnungen aufnehmen.

Ebenso wird die Ansiedelung eines Lebensmittelmarktes diskutiert, auch ein neuer Busterminal steht zur Diskussion. Der Kostenrahmen liegt bei 70 Millionen Euro.

Angesichts der Erfahrungen von Bauherren mit den Bregenzer Bürgern, die schon wegen kleinerer Vorhaben auf die Barrikaden gingen, wird für das Vorhaben ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. In nur sechs Monaten, das wäre im Sommer 2011, soll das Siegerprojekt feststehen.

Mit dem Abriss des alten Bahnhofs, der wegen der Aufrechterhaltung des Zugverkehrs nur schrittweise erfolgen kann, könnte dann 2012 begonnen werden.

Turm im Seestadt-Areal

Weit mehr als der Bahnhofsneubau wird aber die Verbauung des angrenzenden 13 000 Quadratmeter umfassenden Areals – derzeit spöttisch teuerster Parkplatz Österreichs genannt – die Bregenzer Skyline der Zukunft bestimmen.

Das Gelände wurde von der Bahn an die Seestadt-Gesellschaft verkauft, deren Hauptanteile die Vorarlberger Illwerke halten. Bis zu 80 Millionen Euro sollen die 1000 Tiefgaragenplätze und Gebäude kosten, die zwischen Stadt und See neu entstehen werden und Geschäfte und Wohnungen enthalten werden. Die Planung ist bereits weit fortgeschritten, 2013 sollen die Gebäude bezugsbereit sein.

Architektonisch wird das Seestadt- Areal von einem zehn Etagen hohen Turm beherrscht, in dem auch ein Hotel unterkommen soll.

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