BAHNAUSBAU: SBB lenken ein bei Bahnausbau im Rheintal

Der ständige politische Druck in Bern macht sich bezahlt: Die SBB und das Bundesamt für Verkehr bekräftigen den zeitgerechten Ausbau im Rheintal.

Christoph Zweili
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Die SBB bestätigen, dass der EC-Halt in St. Margrethen erhalten werden kann. (Bild: Benjamin Manser)

Die SBB bestätigen, dass der EC-Halt in St. Margrethen erhalten werden kann. (Bild: Benjamin Manser)

Christoph Zweili

christoph.zweili@tagblatt.ch

Zu Beginn schien ein Start-Ziel-Sieg möglich. Dem St.Galler Ständeratsduo Paul Rechsteiner (SP) und Karin Keller-Sutter (FDP) war 2012 ein Coup gelungen. Sie brachten einen 180-Millionen-Kredit für den Ausbau der Bahninfrastruktur im Rheintal im Ausbauprogramm Fabi/Step unter. Die Ostschweiz wäre sonst 2025 leer ausgegangen. Ziel der ersten Etappe für ein Bahn-Y ist die Aufwertung der Strecke St.Gallen–Chur zu einer Fernverkehrsverbindung mit halbstündlichem Angebot. Das Vorhaben wurde in der Ostschweiz von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung unterstützt. Dann aber harzte es: Obwohl mit dem Ja zur Fabi-Vorlage 2014 inzwischen ein verbindlicher Volksentscheid für die Doppelspur-Abschnitte vorliegt, schien die Umsetzung durch die Bundesbahnen plötzlich unklar und vage, was Unsicherheit und Ärger auslöste. Die beiden Ständeräte wurden erneut aktiv: Es folgten mehrere Treffen mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und den SBB. Im St.Galler Kantonsrat hagelte es besorgte Vorstösse.

Rheintallinie soll zum Fernverkehr werden

Nach einem erneuten Treffen mit den Spitzen von BAV und SBB Ende November im Bundeshaus gibt die mit CVP-Nationalrat Thomas Ammann (Mitglied der Verkehrskommission) zum Trio angewachsene St.Galler Delegation nun Entwarnung. «Die geplanten Beschleunigungen im Rheintal werden verbindlich umgesetzt und auch der Halbstundentakt beim Rheintal-Express (REX) ist gesichert, sobald die Ausbauten realisiert sind», ist Rechsteiner nun überzeugt. Der REX soll künftig als Fernverkehrsverbindung geführt werden. «Auch der Erhalt des EC-Haltes in St.Margrethen ist zugesichert», ergänzt Keller-Sutter. Und die gegenüber der St.Galler Regierung geforderte finanzielle Beteiligung des Kantons am Rheintalausbau sei «wieder zurückgenommen» worden. All dies sei verbindlich festgehalten worden. Einzig beim schwierigen geologischen Baugrund im Riet zwischen Altstätten und Oberriet hätten die SBB «einen Vorbehalt» gemacht, sagt Ammann, bis im Mai im Kantonsrat und noch immer Präsident der Region St.Galler Rheintal. Vom Halbstunden-REX erhofft sich die Region einen starken Umsteigeeffekt vom Auto auf die Schiene. «Wir werden im ersten Halbjahr 2017 die Bevölkerung informieren», kündigt Ammann an.

Unklar sind die Folgen der Beschwerde eines Anwohners vor dem Bundesverwaltungsgericht, die den Bau eines zweiten Bahngleises zwischen Goldach und Rorschach Stadt vorderhand verhindert (Ausgabe vom 8. Dezember). Die Strecke St.Gallen–Zürich wird ab Dezember 2018 mit vier Zügen stündlich bedient – zwei werden in Wil halten, als Verlängerung des REX über die Äbtestadt hinaus.