Bahn 2030: Der Bund vergisst das Rheintal

Der Bund investiert bis ins Jahr 2030 gesamthaft 33 Milliarden Franken in den Ausbau der Bahn. Das ist sehr viel Geld und in der Zielrichtung richtig und zukunftsorientiert.

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Margrit Mattle-Lindegger: Für den öffentlichen Verkehr in Altstätten. (Bild: Quelle)

Margrit Mattle-Lindegger: Für den öffentlichen Verkehr in Altstätten. (Bild: Quelle)

Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und ein kundennaher Fahrplan bilden heute ganz wesentliche Standortfaktoren und machen Regionen, Gemeinden und Städte dadurch attraktiv. Gerade das Rheintal als Randregion braucht diese Anbindung, um sich entwickeln zu können.

Gravierende Nachteile

Von den 33 Milliarden Franken soll ein Teil in den Ausbau der Strecke von Zürich nach St. Gallen gehen, was der Ostschweiz und dem Rheintal dient.

Dennoch enthalten die neuen Pläne des Bundes für unser Tal ganz gravierende Nachteile. Mehr noch: alte Versprechungen an das Rheintal werden nun einfach vergessen. Der Plan Bahn 2030 bringt uns den Halbstundentakt, wie er in mittleren und grösseren Regionen als Standard definiert ist, nicht. Das ist eine Riesenenttäuschung für das Rheintal.

Mit dem Rheintal kommen auch Graubünden und Liechtenstein nicht in den Genuss dieses Standards Halbstundentakt. Damit wird die halbstündliche Anbindung des Rheintals via Sargans nach Chur und nach Zürich bis ins Jahr 2030 nicht möglich sein.

Warten bis St. Nimmerleinstag

Bereits Ende der Achtzigerjahre war im Projekt Bahn 2000 dieser Halbstundentakt für unsere Region aufgelistet. Der Halbstundentakt war immer unsere Forderung und er wurde politisch auch aufgenommen. Plötzlich soll er nun gekippt oder auf den St.

Nimmerleinstag verschoben werden. Das dürfen wir so nicht akzeptieren.

Bekannt ist, dass zur Realisierung des Halbstundentaktes die Engpässe bei Mühlehorn am Walensee und auf der Strecke zwischen Buchs und Sargans beseitigt werden müssen. Die Beseitigung dieser beiden Engpässe wurde vom Bundesamt immer wieder verschoben, und die Gelder wurden in anderen Regionen eingesetzt.

Region muss sich wappnen

Die Pläne des Bundes zur Bahn 2030 werden nächstes Jahr in die Vernehmlassung gehen. Unsere Region muss sich schon vorher stark machen, damit die neuerlichen und ungeheuerlichen Vorstellungen des Bundes für die Bahn 2030 korrigiert werden, und damit der Halbstundentakt endlich auch bei uns, und zwar in erster Priorität, eingeführt werden kann. Wir dürfen uns nicht um weitere 20 Jahre vertrösten lassen.

Margrit Mattle-Lindegger

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