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Badimord von Tägerwilen: Beschuldigter ist mit dem Urteil nicht einverstanden

Zu lebenslanger Haft und anschliessender Verwahrung hat das Bezirksgericht Kreuzlingen einen 62-jährigen Deutschen verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er am Pfingstsamstag 2016 seine langjährige Geliebte ermordet hat. Der Mann will das Urteil weiter ans Obergericht ziehen. Vor allem beim zeitlichen Ablauf seien Fragen offen, sagt sein Verteidiger.
Ida Sandl
Der Grillplatz in der Seerheinbadi in Tägerwilen: Hier soll die 38jährige Konstanzerin getötet worden sein. (Bild: Donato Caspari)

Der Grillplatz in der Seerheinbadi in Tägerwilen: Hier soll die 38jährige Konstanzerin getötet worden sein. (Bild: Donato Caspari)

«Wir werden nicht nur Berufung anmelden, sondern das Urteil auch ziemlich sicher an die nächste Instanz weiterziehen.» Das sagt der Verteidiger das Mannes, den das Bezirksgericht Kreuzlingen letzte Woche wegen Mordes an seiner langjährigen Geliebten verurteilt hat. Die Frau war am Pfingstsamstag 2016 in der Tägerwiler Seerheinbadi mit einem Stein erschlagen worden. Sie hatte sich zuvor mit dem Beschuldigten im Restaurant Kuhhorn getroffen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 62-jährige Deutsche seine Geliebte getötet hat. Die Strafe für ihn fiel hart aus: Lebenslange Haft und anschliessende Verwahrung.

Das will der Verurteilte nicht akzeptieren. Er beteuert seine Unschuld. Vor allem beim zeitlichen Ablauf am Abend der Tat gebe es noch Fragen, sagt sein Verteidiger.

«Es sind wesentliche Punkte offen, die zweifeln lassen, dass mein Mandant der Täter ist.»

Jetzt sei man gespannt, wie das Gericht das Urteil schriftlich begründe. Denn bei der Verkündung hatte die Gerichtspräsidentin erklärt, sie werde auf die von der Verteidigung vorgebrachten Widersprüche eingehen.

Kritik am psychiatrischen Gutachten

Nach der lebenslangen Haft soll der Beschuldigte verwahrt werden. Aus Sicht des Anwalts, «eine heftige Strafe für einen Ersttäter». Der Grund dafür ist ein psychiatrisches Gutachten. Darin heisst es, die Gefahr sei hoch, dass der Mann erneut eine solche Tat begehen könnte. Auch damit ist der Verteidiger nicht einverstanden.

Für die Gutachter sei klar gewesen, dass der Beschuldigte die Tat begangen habe. Vor diesem Hintergrund hätten sie ihn beurteilt. Es müsse aber auch in Betracht gezogen werden, dass er unschuldig sein könne. Der Verteidiger hatte bereits während des Prozesses ein neues Gutachten beantragt. Das wurde vom Gericht abgelehnt. Kurz nach seiner Verhaftung hat der Beschuldigte die Tötung seiner Geliebten gestanden. Diese Aussagen aber später widerrufen.

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