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Badewetter und bis zu 30 Grad im Rheintal am Mittwoch – das letzte Aufbäumen des Sommers

Am Mittwoch wird es nochmals so richtig heiss in der Ostschweiz. Von der Extraportion Sommer profitieren jene Schwimmbäder, die ihre Schliessung hinausgezögert haben, aber auch Säntisbahn und Bodensee-Schiffe.
Daniel Walt
All jene, die heisses Sommerwetter lieben, kommen insbesondere am Mittwoch nochmals voll auf ihre Kosten. (Bild: Ralph Ribi)

All jene, die heisses Sommerwetter lieben, kommen insbesondere am Mittwoch nochmals voll auf ihre Kosten. (Bild: Ralph Ribi)

«30 Grad Mitte September – das ist sicherlich aussergewöhnlich.» Joachim Schug von der Meteogroup mit Sitz in Appenzell freut sich auf das Comeback, das der Sommer diese Woche am Dienstag und speziell am Mittwoch nochmals gibt. Er werde sicher die eine oder andere Runde im nach wie vor 23 Grad warmen Pfäffikersee schwimmen, sagt Schug. Und erklärt, was hinter den für Mitte September unüblich hohen Temperaturen steckt: «Aufgrund des Hitzesommers ist das Mittelmeer drei, vier Grad wärmer als sonst um diese Jahreszeit üblich.» Wärmer ist somit auch die Luft, die derzeit von Südwesten her nach Mitteleuropa strömt. Die Folge: Am Mittwoch dürfte es im Rheintal und in Teilen des Bündnerlandes, in Basel und im Wallis bis zu 30 Grad warm werden.

Joachim Schug, Meteorologe. (Bild: pd)

Joachim Schug, Meteorologe. (Bild: pd)

Es könne durchaus sein, dass die eine oder andere Messstation am Mittwoch sogar einen Rekordwert für den 12. September vermelden werde, hält Joachim Schug weiter fest. Auf Tagesrekorde gibt der Meteorologe allerdings nicht viel – «das hat immer auch mit Zufall zu tun». Wesentlich aussagekräftiger findet er die Feststellung, dass man mehrere Jahrzehnte zurückgehen muss, um Temperaturen von über 30 Grad mitten im September zu finden. «1987 war das der Fall, und zwar am 17. September», hält Schug fest.

Badis im Appenzellerland sind geschlossen

Nicht nur Meteorologe Joachim Schug, auch viele Ostschweizerinnen und Ostschweizer profitieren vom spätsommerlichen Hoch am Dienstag und Mittwoch, um nochmals schwimmen zu gehen. Das ist beispielsweise im Schwimmbad Arbon oder im Seebad Romanshorn möglich – beide sind regulär bis zum 16. September geöffnet. Auch in der St.Galler Badi Rotmonten kann diese Woche nochmals geplantscht werden – was allerdings ursprünglich nicht so geplant war: Wegen der ausgezeichneten Wetterprognosen hält die Stadt diese Badi kurzfristig länger als geplant offen. In früheren Jahren war die Stadt regelmässig in die Kritik geraten, wenn sie Badis bei schönem Septemberwetter planmässig schloss.

Einen schwereren Stand haben Wasserratten im Appenzellerland: Die Badis in Herisau, Waldstatt, Rehetobel oder auch Appenzell sind bereits geschlossen. «Zugegeben: Jetzt wäre es noch wunderschön zum Schwimmen», sagt Karl Inauen, Bademeister in Appenzell. Aber nur wenige würden ein solches Angebot nutzen. Den Badebetrieb für ein kleines Publikum aufrechtzuerhalten sei teuer – «deshalb müssen wir auch Rücksicht auf jene Steuerzahler nehmen, die mit der Badi nichts am Hut haben». Inauen verweist auch darauf, dass aktuell höchstens ein Badebetrieb von 12 bis 16 Uhr sinnvoll wäre, da es am Morgen frisch und feucht und gegen Abend auf 780 Metern über Meer rasch kühl sei. «Dann würden sich wieder jene stören, die trotzdem am frühen Morgen oder nach Feierabend schwimmen wollen», sagt er. Von daher sei auch aufgrund anstehender Revisionsarbeiten entschieden worden, die Badi auf das vergangene Wochenende hin zu schliessen.

Karl Inauen, Bademeister in Appenzell. (Archivbild: Roger Fuchs)

Karl Inauen, Bademeister in Appenzell. (Archivbild: Roger Fuchs)

Was Karl Inauen erstaunt, ist die Tatsache, dass die Badi Appenzell trotz des Hitzesommers kein Rekordjahr hinter sich hat – die Anzahl verkaufter Eintritte liegt hinter jener von 2015 zurück. «Bei uns gibt es auch viele Bäche oder den Seealpsee, wo man baden kann. Und vielen war es vielleicht sogar zu heiss, um die Badi zu gehen», mutmasst er.

Viele Gäste bei der Säntis-Schwebebahn

Die verlängerte Sommerzeit freut auch Andreas Marty, Leiter Verkauf und Marketing bei der Säntis-Schwebebahn AG. «In den letzten Jahren haben längere Schönwetterphasen teils etwas gefehlt. Dieses Jahr können wir uns nicht beklagen», sagt er. In den Sommermonaten seien viele der Hitze entflohen und in die Höhe gegangen, und jetzt sei die Wandersaison bereits in vollem Gang. «Aus schönem Wetter resultieren selbstverständlich positive Zahlen», sagt Marty auf die Frage, ob sich ein Rekordjahr für die Säntis-Schwebebahn AG abzeichne. Für genaue Aussagen dazu sei es aber noch zu früh.

Lohnendes Ausflugsziel: Der Säntis. (Bild: Screenshot www.saentis.roundshot.com)

Lohnendes Ausflugsziel: Der Säntis. (Bild: Screenshot www.saentis.roundshot.com)

Gute Passagierzahlen auf dem Bodensee

Auch Andrea Ruf, CEO der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS), ist froh um jeden goldenen Tag am See. «Letztes Wochenende beispielsweise hatten wir gute Zahlen», hält sie fest. Bereut sie angesichts des aktuell tollen Wetters, dass die Hauptsaison seit Montag vorbei ist und die Schiffe auf dem Bodensee nur noch reduziert verkehren? «Es gibt immer noch genügend Angebote für eine Schifffahrt. Fakt ist: Die Ferien bei uns sind vorbei, die meisten sind wieder am Arbeiten, und es gibt weniger Passagiere», sagt sie.

Selfie-Time auf dem Bodensee - eine Schifffahrt macht es möglich. (Bild: Benjamin Manser)

Selfie-Time auf dem Bodensee - eine Schifffahrt macht es möglich. (Bild: Benjamin Manser)

Ganz generell ist Andrea Ruf zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Schifffahrtssaison. «Es ist aber nicht so, dass sich der Hitzesommer umsatztechnisch extrem niedergeschlagen hätte», hält sie fest. Ein Grund: Die Strecke Rorschach – Rheineck kann aufgrund des tiefen Wasserstandes seit Ende Juli nicht mehr befahren werden. Und im von der SBS betriebenen Restaurant Hafen in Romanshorn herrschte im Hochsommer an Hitzenachmittagen teils gähnende Leere – «es war vielen schlicht zu heiss für einen Besuch», sagt Andrea Ruf. Auch deshalb hofft sie jetzt auf einen schönen Herbst - «die nächsten Wochen und insbesondere die Wochenenden sind für uns ganz wichtig».

Bald heisst es: Sommer ade

Sünnele, bädele und herrliches Auflugswetter zum Trotz: Es gibt auch Menschen, die am Comeback des Sommers weniger Freude haben. Ihnen verspricht Meteorologe Joachim Schug baldige Erleichterung – und zwar langfristig. Die grosse Abkühlung kommt am Freitag und Samstag mit kaum mehr 20 Grad. Anschliessend wird es wieder schöner und wärmer. Hurrikan Helene zieht nächste Woche über die Azoren nordwärts und schaufelt nochmals warme Luft zu uns. «Aber für heisse 30 Grad reicht das dann nicht mehr», sagt Joachim Schug.

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