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AUTORENNEN: «Das Urteil schmerzt uns»

Wegen des Unfalls eines britischen TV-Stars am Bergrennen Hemberg müssen die Organisatoren 5000 Franken Busse zahlen. Das sei aber nicht der Grund, weshalb sie die Zukunft des Anlasses offenlassen.
Johannes Wey
Der Sportwagen brannte nach Richard Hammonds Unfall komplett aus. (Bild: AP)

Der Sportwagen brannte nach Richard Hammonds Unfall komplett aus. (Bild: AP)

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Am 10. Juni verunfallte Richard Hammond, bekannt aus der Autoserie «Top Gear», bei einem Showblock im Rahmen des Bergrennens Hemberg. Nun wurden die Organisatoren von Auto Sport Schweiz (ASS) zu einer Busse von 5000 Franken verurteilt und müssen die Verfahrenskosten von 1000 Franken zahlen. Ob das Bergrennen nochmals stattfindet, sei offen, weil man sich vom Verband ungerecht behandelt fühle, sagt OK-Präsident Christian Schmid.

Herr Schmid, mussten Sie leer schlucken, als Sie das Urteil des Verbands in Händen hielten?

Das kann man wohl sagen. Ich hatte erwartet, dass es der ASS bei einer Rüge oder einer niedrigeren Busse bewenden lässt. Insgeheim hoffte ich sogar, dass die Disziplinarkommission feststellt, dass wir alles richtig gemacht haben – wie es im Übrigen alle anderen Beteiligten, von der Staatsanwaltschaft bis zur Produktionsfirma von «The Grand Tour», getan haben.

Sie gingen also nicht davon aus, dass Sie ungeschoren davonkommen?

Der ASS musste ja reagieren, weil sich der Motorsport-Weltverband FIA eingeschaltet hatte. Damit war der ASS fast gezwungen, einen Anlass zu finden, uns eine Rüge zu erteilen. Das Urteil schiesst aber meiner Meinung nach über das Ziel hinaus. Die Strafe hängt gar nicht direkt mit dem Unfall zusammen, sondern mit «illoyalem Verhalten» dem Verband gegenüber und dem Vorwurf, wegen monetärer Interessen höhere Risiken eingegangen zu sein. Besonders letzteres schmerzt uns.

Was wird Ihnen denn konkret vorgeworfen?

Dass wir den Verband im Vorfeld nicht über den Auftritt Hammonds informiert haben. Allerdings hatten wir mit der Produktionsfirma einen siebenseitigen Vertrag – alleine drei davon betrafen die Stillhaltevereinbarung. Wir durften den Verband nicht informieren. Im Übrigen mussten wir das bislang auch gar nie tun, wenn es um das Rahmenprogramm ging. Was das Finanzielle betrifft, ist es doch selbstverständlich, dass es für die Zusammenarbeit mit einer so grossen Firma eine finanzielle Entschädigung gibt. Aber daran hat sich niemand bereichert.

Kann Ihr Verein die 6000 Franken überhaupt aufbringen?

Bis wir als ehrenamtlicher Verein diese Summe wieder eingespielt haben, müssen wir eine Menge Bier und Bratwürste verkaufen. Wir hoffen, dass wir einen Teil der Summe von der Produktionsfirma aus England erstattet bekommen. Der Betrag gefährdet das Bergrennen nicht, aber uns schlägt das Urteil auf die Motivation. Wir sahen in Hammonds Auftritt eine Gelegenheit, das Bergrennen und den Schweizer Motorsport weltweit bekannt zu machen. Dass man dann bestraft wird, wenn etwas schief geht, tut weh.

Haben Sie schon Reaktionen auf das Urteil erhalten?

Viele Fahrer haben uns bereits geschrieben und auch in den sozialen Medien haben wir viel Zuspruch bekommen – das ist genau das, was wir jetzt brauchen. Ausserdem haben sich bereits spontan Leute dazu bereit erklärt, uns bei der Busse finanziell zu unterstützen.

Wann entscheiden Sie, ob es auch 2018 ein Bergrennen geben wird?

Wir hoffen, dass wir uns in einigen Wochen zu einem Entscheid aufraffen können und dann weitermachen. Die ersten Vorbereitungen sind ja bereits getroffen. Aber zuerst müssen wir diesen Schlag nun verarbeiten. Momentan fehlt uns die Energie und die Motivation.

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