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AUTOBAHN-SANIERUNG: Facelifting nach 50 Jahren

Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Rheineck und St.Margrethen arbeiten täglich 120 Mitarbeiter zwischen 42'000 Autos. Die Sanierung dauert bis Ende 2018.
Katharina Rutz
Anspruchsvolle Bauarbeiten: Die Baustelle auf der A1/A13 bei Rheineck, aufgenommen von der Zollbrücke nach Gaissau. (Bild: Astra)

Anspruchsvolle Bauarbeiten: Die Baustelle auf der A1/A13 bei Rheineck, aufgenommen von der Zollbrücke nach Gaissau. (Bild: Astra)

Täglich fahren rund 42'000 Fahrzeuge auf der Autobahn zwischen Rheineck und St.Margrethen. Mittendrin arbeiten 120 Bauarbeiter an der Erneuerung dieses 50-jährigen Autobahnabschnittes. Machen sie zwei Schritte in die falsche Richtung, stehen sie schon auf der Fahrbahn, wo der Verkehr mit 80 Stundenkilometern vorbeirauscht. Die Sanierung wird im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra) von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rheintal durchgeführt. Das Projekt soll Ende 2018 abgeschlossen werden und kostet 190 Millionen Franken. Dieses Jahr bis November werden die Hauptbauarbeiten in Fahrtrichtung St.Gallen ausgeführt und nächstes Jahr von Januar bis November jene in Fahrtrichtung Chur.

Auf der Zufahrt zur Baustelle trennen nur eine orange Linie und Absperrbaken die Bauarbeiter vom zweispurig rollenden Verkehr auf der Autobahn. Während der Rest der Baustelle durch provisorische Leitplanken gesichert ist, wird im Bereich der Anschlüsse auf einer sogenannten offenen Baustelle gearbeitet. «Macht ein Bauarbeiter zwei falsche Schritte, steht er im Verkehr», erläutert Dirk Stihl vom Bundesamt für Strassen (Astra).

Blow-ups als Erscheinung des Alters

Der Baustellenlärm übertönt nur stellenweise das Rauschen der Autos und Lastwagen, die mit 80 Stundenkilometern vorbeibrausen. Der Geruch von Abgas mischt sich mit dem von heissem Asphalt und Betonstaub. Die Bauarbeiter sieht man von weitem in ihren leuchtenden Arbeitskleidern und Helmen. 120 Mitarbeiter sind an der 8,3 Kilometer langen Baustelle beschäftigt. Das Arsenal an Maschinen ist unbeschränkt: Bagger, Krane, Walzen und Asphaltfertiger. Die Schriftzüge verraten ihre Herkunft: Toldo, Gautschi, Implenia, Dietsche oder Käppeli. Die fünf Unternehmen haben sich zur Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rheintal zusammengeschlossen, damit die Bauarbeiten zeitgerecht ausgeführt werden können. Wenn man genauer hinschaut, öffnet sich das Herz der Autobahn. Die vor 50 Jahren eingebauten Betonplatten liegen offen da, nachdem der Deckbelag abgefräst wurde. Die Fugen sind gut erkennbar. Diese Fugen haben im Juli 2015 zu sogenannten Blow-ups auf der Autobahn geführt. Die Betonplatten werden instabil, weil das eindringende Wasser die stabilisierenden Metalldornen zu stark angegriffen hat. Das Ganze hält dann den grossen Temperaturschwankungen nicht mehr stand. Der Asphalt türmt sich entlang dieser Fugen auf. Die Blow-ups sind ein offensichtliches Zeichen, dass die Autobahn nach 50 Jahren ihre Lebensdauer erreicht hat. Die 42 000 Fahrzeuge, welche die Strecke täglich befahren, haben ihre Spuren hinterlassen.

An einer anderen Stelle sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die neue Entwässerungsrinne einzubauen. Das Autobahnabwasser wird künftig in 18 Havariebecken geleitet. Dort wird es gereinigt, bevor es in den Rhein abfliesst – dies für den Fall von Ölverlusten oder Chemieunfällen. Diese Havariebecken fallen im Moment auf, werden sie doch an drei Stellen an der Autobahn über der Erde vorgefertigt. Die Becken werden aus Beton in zwei Teilen hergestellt und dann mittels Schwertransport und Kran an den Bestimmungsort gebracht. Um die 60 Tonnen schweren Hälften zu heben, wird ein 500-Tonnen-Kran benötigt – ein eindrückliches Schauspiel.
Ebenfalls eindrücklich muss der Abbruch der Brücke beim Zollübergang St.Margrethen gewesen sein. Dort wurde im Juni 2015 mit den Arbeiten begonnen und eine Hilfsbrücke aufgebaut. Dann wurde die alte Brücke in einer Nacht durch mehrere Bagger gleichzeitig abgebrochen. Nun hat der Bau der neuen Brücke begonnen. So bleibt der Zollübergang jederzeit offen. Kein einfaches Teilprojekt, denn für die Bewilligungen waren nicht nur eine Schweizer Gemeinde und der Kanton St.Gallen zuständig, sondern auch eine österreichische Gemeinde und das Land Vorarlberg.

Dem Arbeitsplan zwei Wochen voraus

Bei der Einfahrt Rheineck steigt der Geruch von Asphalt in die Nase. Es werden keine Betonplatten mehr eingebaut, sondern mehrere Asphaltschichten über einer Kieskofferung. «Ob Beton oder Asphalt, ist eine philosophische Frage», lacht Stihl. In diesem Fall verbaue man Asphalt, da er die besseren Lärmeigenschaften als Beton aufweise.

Arbeitsunfälle gab es bisher keine. Und die Anzahl der Unfälle auf den vier provisorischen Fahrspuren sei bisher im normalen Rahmen, sagt Stihl. «Auf solchen Baustellen gibt es grundsätzlich weniger Unfälle als auf der normalen Autobahn.» Die Fahrzeuglenker seien auf Baustellen meist aufmerksamer. Stihl ist sich bewusst, dass sich manch Autofahrer über die Baustelle ärgert. Er betont jedoch, dass sie genauso leistungsfähig sei wie vorher. «Während der ganzen Bauzeit wird der Verkehr vierspurig weitergeführt.» Die Verkehrsführung und die Bauarbeiten aufeinander abzustimmen gehört zu den grössten Herausforderungen auf der Autobahnbaustelle. Bisher verlief alles reibungslos. «Das Wetter hat auch hervorragend mitgespielt, und die Arge ist dem Arbeitsplan um zwei Wochen voraus», freut sich Dirk Stihl.

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