Autobahn-Panne nur Vorwand

Die St. Galler Polizei berichtet von «auffälligen Personen» auf Autobahnen, die auf dem Pannenstreifen um Geld betteln oder Schmuck verkaufen wollen.

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ST. GALLEN. In jüngster Zeit sind bei der Kantonspolizei St. Gallen Meldungen eingegangen, wonach Unbekannte vermeintliche Pannen auf Autobahnen als Vorwand benützten, leicht zu Geld zu kommen. Meistens hätten Männer bei Einfahrten mit Handzeichen oder auf andere Art um Hilfe gesucht. Hilfsbereiten Personen, die anhielten, habe man dann Goldschmuck verkaufen wollen, oder sie seien angebettelt worden.

Innert einer Woche seien vier solcher Vorfälle gemeldet worden, präzisiert Kapo-Mediensprecher Hans Peter Eugster, alle im Grossraum St. Gallen, zwei auf der Stadtautobahn, zwei auf der A1 Richtung Bodensee.

Mögliche Trickdiebe

Meist habe es sich dabei um ein Auto und eine Person gehandelt, so Eugster, wobei Helfer – etwa im Auto – nicht ausgeschlossen werden könnten. Den Beschreibungen stammten die Personen vermutlich aus Osteuropa; in einem Fall wurden am Auto mit der angeblichen Panne allerdings deutsche Kontrollschilder festgestellt.

Ob es sich nur um Schmuckverkäufer oder Bettler handelt, kann die Polizei nicht sagen. Die Pannenhelfer bekamen jeweils nicht die Panne zu sehen, sondern seltsame Geschichten erzählt. Möglicherweise sind Trickdiebe am Werk, die allerdings noch keinen Schaden anrichten konnten. Gemäss Polizeimeldung stellten Personen, die angehalten hatten, fest, dass «der Unbekannte auffällig das Innere ihres Autos absuchte».

Ein neuartiges Phänomen

Eugster spricht von einem Phänomen, das ihm noch nie zu Ohren gekommen sei. Die Polizei empfiehlt, Personen oder Fahrzeuge, die keine wirkliche Panne auf der Autobahn haben, ihr unter Telefon 117 zu melden. (mel)