AUSZEICHNUNG: Mehr als nur gute Küche

Zehn Gastronomiebetriebe aus der Ostschweiz wollen es wissen. Sie kämpfen darum, sich «Best Of Swiss Gastro» nennen zu dürfen. Dazu zählt auch das richtige Ambiente. Das letzte Wort haben die Gäste.
Simon Roth
Die Gaststuben zum Schlössli in St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Gaststuben zum Schlössli in St. Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

Wer als Gastronom heutzutage etwas auf sich hält, stellt dies zur Schau. Die Auszeichnungen heissen Michelin oder Gault-Millau. Je mehr Sterne oder Punkte man von den Kritikern erhält, desto besser. Allein, diese Restaurantführer beschränken sich auf die Bewertung der Küche. Alles drumherum bleibt Nebensache.

Anders beim Schweizer Publikumspreis «Best Of Swiss ­Gastro». Der Preis versucht eine Rundumsicht anzubieten, wie Andreas Krumes, CEO der Gastroplattform, erklärt: «In die Bewertung fliessen viele verschiedene Faktoren mit ein.» Dazu gehören neben der Qualität der Küche auch der Service oder das Ambiente. Dieses Jahr kämpfen zehn Ostschweizer Betriebe um eine Auszeichnung.

Am Anfang steht die Bewerbung

Wer beim Wettbewerb mitmachen möchte, muss sich mit einem Konzept bewerben. Eine 32-köpfige Jury begutachtet dieses. Zusätzlich beantworten die Teilnehmer Fragen auf der Online-Plattform. «Die Fragen und Vorgaben sind klar gestellt», sagt Matias Bolliger. Zusammen mit seiner Frau Jacqueline führt er seit anderthalb Jahren das Restaurant Schloss Seeburg in Kreuzlingen. Mit diesem Betrieb sind sie zum ersten Mal dabei. Vor Jahren hatten sie mit ihrem Betrieb im Berner Oberland mitgemacht. «Das Eingeben des Konzepts stellte deshalb kein Problem dar.» Auch weil die geforderten Informationen schon in internen Dokumenten vorhanden waren.

Mit dem Konzept trennen die Veranstalter des Wettbewerbs die Spreu vom Weizen. Stimmt das Angebot mit der Lage überein? Erreicht der Betrieb mit seiner Strategie die richtige Zielgruppe? «Über 68 Prozent der Betriebe schreiben rote Zahlen, wenn sie den Unternehmerlohn miteinberechnen», sagt Krumes. Ein klares Konzept sei wichtig, um auf die richtige Zielgruppe ausgerichtet zu sein. Von den über 200 Bewerbungen bleiben nach der Auswahl 144.

Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Die Betriebe treten in acht Kategorien an. «Wir wollen Äpfel mit Äpfeln vergleichen», sagt Krumes. Zudem sei Zürich nicht das Mass aller Dinge. Auch innovative Betriebe in anderen Regionen sollen eine Chance erhalten.

Die Rubrik «Classic» stellt das grösste Teilnehmerfeld. Aus der Ostschweiz finden sich darunter der Landgasthof Wartegg aus Wigoltingen, das Restaurant Rössli aus Kirchberg, «Grosi Walt’s Steak Huus & Wy Stube» aus Wildhaus, die Gaststuben zum Schlössli aus St. Gallen sowie das Restaurant Schloss Seeburg aus Kreuzlingen. In der Kategorie «Fine Dining» tritt der Gasthof zum Goldenen Kreuz aus Frauenfeld an. Im Bereich «Trend» gibt es zwei Teilnehmer: «Die Leckerei» aus St. Gallen und das Restaurant Heidelberg aus Aadorf. Bleibt das «Giardino» aus Horn, das in der Kategorie «Activity» an den Start geht, und die mobile Küche «Geschmacksträger» im Bereich «On The Move».

Die Teilnahme müsse den Betrieben etwas bringen, sagt Preisausschreiber Krumes. Für Ambros Wirth, Inhaber des «Schlössli» in St. Gallen, hat sich dieser Zweck bereits erfüllt. Für das Ausfüllen der Unterlagen hat sein Team zusammengespannt. «Wir mussten unsere bisherige Sichtweise umkehren und eine Aussensicht einnehmen.» Das habe zu neuen Ideen geführt, die jetzt umgesetzt werden sollen. «Klar, gewinnen wäre am schönsten», sagt Wirth. Insbesondere für die Bekanntheit und um neue Gäste zu erreichen. Damit wirbt auch der Preisverleiher: «Mehr Bekanntheit, mehr Gäste, mehr Erfolg.» Die Bewertungsphase läuft noch bis zum 30. September.

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