Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AUSSTELLUNG: In der Theatergrafik weht der Zeitgeist

Zum 50-Jahr-Jubiläum seines Neubaus von 1968 zeigt das Theater St. Gallen exemplarische Plakate aus 50 Spielzeiten. Von der nüchternen Terminanzeige über manches Kunstwerk bis zur gegenwärtigen TGG-Linie ist es einen weiten Weg gegangen.
Marcel Elsener
Markante Unterschiede in der Formensprache, aber auch der Qualität: Die St. Galler Theatergrafik im Wandel der Zeit. (Bild: PD)

Markante Unterschiede in der Formensprache, aber auch der Qualität: Die St. Galler Theatergrafik im Wandel der Zeit. (Bild: PD)

Marcel Elsener

marcel.elsener@tagblatt.ch

Mitte März vor genau 50 Jahren hat das Theater St.Gallen seine neue Bühne im Stadtpark mit «Fidelio» eröffnet, nun feiert man im demnächst zu renovierenden Betonbau mit dem gleichen Stück das Jubiläum. Zum Festakt heute Abend gehört auch die Eröffnung eines visuellen Spaziergangs durch die Geschichte des Theaters: Die Dramaturgen Armin Breidenbach (Schauspiel) und Marius Bolten (Musiktheater) haben 50 exemplarische Plakate aus den 50 Spielzeiten ausgewählt, die im Foyer chronologisch präsentiert werden. Ein spannendes und letztlich einfaches Unterfangen, wie die Verantwortlichen im hauseigenen Blatt «Terzett» schreiben. Denn die historischen Stücke lagerten nicht wie erwartet im St. Galler Stadtarchiv oder in den Plakatsammlungen der Nationalbib­liothek Bern oder des Museums für Gestaltung Zürich, sondern grösstenteils in der Kantonsbibliothek Vadiana, also ganz in der Nähe – mit der jüngst vor der Baukredit-Abstimmung oft zitierten Übergabe des Stadttheaters an den Kanton hatten auch die Plakate ihren Besitzer gewechselt.

Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
Bild: pd
ThSG_F4_Hamlet_APG861347.indd (Bild: pd)
16 Bilder

Die St.Galler Theaterplakate im Wandel der Zeit

Biedere Auflistungen, kühne Einzelstücke

Bei der Auswahl achteten die Dramaturgen auf die grösstmögliche Bandbreite der Designs und die Ausgewogenheit der Sparten. Jedoch gab es für die ersten zwei Jahrzehnte wenig auszuwählen: Das Theater warb damals fast ausschliesslich mit schlichten Spielzeitankündigungen und ­Wochen-Terminplakaten, da und dort wurde die reine Schrift-Grafik noch mit fotografischen Einsprengseln angereichert. Produktionsplakate mit stückbezogenen Bildern finden sich ab Ende der 1980er-Jahre – nebst handgeschriebenen, gezeichneten oder gemalten Motiven kommen im Lauf der Zeit fotografische dazu. Nostalgische Anwandlungen in Ehren, wirken aus heutiger Sicht manche Motive reichlich bieder oder zu sehr auf den gerade herrschenden Zeitgeist schielend. Andererseits stechen kühne Entwürfe ins Auge, die noch immer so frisch erscheinen wie in ihrem Entstehungsjahr – darunter Gestaltungen von bekannten Künstlern wie dem St. Galler Maler Josef Felix Müller («Carmen») oder dem polnischen Grafiker Zygmunt Januszewski («Woyzeck») kurz nach der Jahrtausendwende. Man kann sich fragen, warum das Haus nicht öfters Kunstschaffende zur Plakatgestaltung einlädt.

Eine nachhaltige Linie hat sich in den letzten 20, 25 Jahren entwickelt. Dies buchstäblich: Das Büro TGG Hafen Senn Stieger setzte in der Typografie auf das Element einer feinen weissen Linie. Die konsequent vorangetriebene visuelle Reduktion fand international Anerkennung: Mit den Plakaten für 2016/17 gewann TGG den European Design Award in der Kategorie «Posterserien». Es war der preisgekrönte Beleg für die fruchtbare Zusammenarbeit der St. Galler Gestalter mit Konzert und Theater St. Gallen, die Mitte der 90er-Jahre mit dem Layout des «Terzett» durch das damals gegründete Büro begonnen hatte. Nachdem TGG in früheren Saisonkampagnen mit Fotosujets aus Theaterproduk­tionen gearbeitet hatte, waren ­zuletzt neue Wege gefragt. Die Linie ist geblieben, doch formt sie nun eine Aussage zum Stück – für «Hamlet» wird sie zum dicken Pfosten, der mit dem Titelwort ein Kreuz bildet. Markante Plakatkunst, auf die das Haus stolz sein darf – unabhängig vom Zeitgeist, der freilich weiterhin weht.

Hinweis

Ausstellung im Foyer des Theaters St. Gallen, Eröffnung heute 18 Uhr, Festakt für geladene Gäste 18.30 Uhr, Festansprachen und «Fidelio»-Premiere 19.30 Uhr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.