Ausserrhoder SVP-Präsident nach dem Wahlfiasko: «Das kann man so nicht sagen»

Minus fünf Sitze im Kantonsrat, dazu mit Inge Schmid (Bühler) und Renzo Andreani (Herisau) der Verlust zweier Gemeindepräsidien: Die SVP ist die Verliererin der Gesamterneuerungswahlen vom vergangenen Sonntag in Appenzell Ausserrhoden. SVP-Präsident Anick Volger über die Gründe des Misserfolgs und die Folgen für die Nationalratswahlen im Herbst.

Jesko Calderara
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Betrübte Gesichter bei der Ausserrhoder SVP: Die abgewählte Inge Schmid und Präsident Anick Volger. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).

Betrübte Gesichter bei der Ausserrhoder SVP: Die abgewählte Inge Schmid und Präsident Anick Volger. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).

Hat Sie das schlechte Abschneiden Ihrer Partei überrascht?

Verluste in diesem Ausmass haben wir nicht erwartet. Uns war aber bewusst, dass alles perfekt laufen muss, damit die SVP die elf Kantonsratssitze halten kann. Wir haben damit gerechnet, allenfalls zwei bis drei Sitze zu verlieren. Das nun erzielte Resultat ist aber enttäuschend. Auch die Abwahl der beiden SVP-Gemeindepräsidenten ist tragisch.

Wo sehen Sie die Ursachen dafür?

Meiner Ansicht nach gibt es zwei Gründe. Einerseits sind in Herisau der Gewerbeverein und die Parteiunabhängigen erstmals mit einer gemeinsamen Liste angetreten. Das hat der SVP Stimmen gekostet. Anderseits ist es uns nicht überall gelungen, Ersatzkandidaten zu finden für jene SVP-Kantonsräte, die nicht mehr zur Wahl angetreten sind. Ich denke da an Teufen und Wolfhalden.

Hat die SVP in Ausserrhoden ein Personalproblem?

Nein, das kann man so nicht sagen. Wir haben eigentlich Nachwuchs in der SVP. Uns fehlen aber Leute, die sich für politische Ämter zur Verfügung stellen.

Im Herbst stehen die nationalen Wahlen an. Befürchten Sie nun, dass Nationalrat David Zuberbühler die Wiederwahl nicht mehr schafft?

Diesen Sitz werden wir nicht kampflos hergeben. Abgesehen davon gibt es bei der Ausserrhoder SVP keine generelle Schwäche.

Muss die SVP nach dem düsteren Wahlsonntag Konsequenzen ­ziehen?

Wir werden sicher über die Bücher gehen. Ob Handlungsbedarf besteht, ist offen.

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