Ausreiseverbot für Fan bestätigt

Die Behörden haben einem Fan des FC St. Gallen zu Recht die Ausreise für ein Fussballspiel verweigert. Dies entscheidet das Bundesverwaltungsgericht.

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ST. GALLEN. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat einen Fan des FC St. Gallen zu Recht mit einer Ausreisesperre für ein Pokalspiel in Deutschland im August 2015 belegt. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Der Fan war im gleichen Jahr wegen Anzündens eines Pyros verurteilt worden.

Pyro inmitten von Menschen

Beim Cupspiel zwischen dem FC Baden und dem FC St. Gallen im August 2014 hatte der damals 21jährige Schweizer inmitten einer Menschengruppe einen Pyro gezündet. Dafür hat ihn die Staatsanwaltschaft Baden im Januar 2015 mit einem Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken und einer Busse von 300 Franken verurteilt.

Einen Monat davor hatte die Kantonspolizei Aargau bereits ein zweijähriges Rayonverbot verfügt. Der Schweizerische Fussballverband sprach dem Fan ein ebenso langes gesamtschweizerisches Stadionverbot aus. Ausserdem brachte ihm das Anzünden des Pyros einen Eintrag in der Hooligan-Datenbank Hoogan ein.

Die Stadtpolizei St. Gallen hatte bei Fedpol für den 8. August 2015 eine Ausreisebeschränkung beantragt. Auf diesen Tag war eine Begegnung zwischen dem SSV Reutlingen und dem Karlsruher SC im schwäbischen Reutlingen angesetzt. Die Stadtpolizei begründete das Gesuch damit, dass es sich um ein Hochrisikospiel handle und die Problemfans von Reutlingen und Karlsruhe stark verfeindet seien. Erstere pflegen eine enge Verbindung zu den Risikofans des FC St. Gallen. Die Stadtpolizei ging davon aus, dass der junge Schweizer für das genannte Spiel nach Deutschland reisen wolle.

Grundlage war ausreichend

Das Bundesverwaltungsgericht hat nun entschieden, dass die Grundlage für eine Ausreisesperre ausreichend war. Das Fedpol gewährte dem Betroffenen im Vorfeld der Verfügung zwar nicht das rechtliche Gehör. Dies sei aufgrund der Zeitdauer zwischen dem Festsetzen des Spieldatums und den notwendigen Abklärungen der Behörden im Einzelfall jedoch nicht möglich gewesen, schreibt das Gericht. (sda)

Urteil F-5241/2015

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