Ausgebrannt
Von den Flammen verschlungen: Fahrzeugbrände auf St.Galler Strassen häufen sich

In den vergangenen drei Wochen brannten auf St.Galler Strassen gleich fünf Fahrzeuge – drei davon auf der Autobahn A1. Das sei mehr als üblich, sagt die Kantonspolizei St.Gallen. Hat die hohe Anzahl an Fahrzeugbränden mit den Sommertemperaturen zu tun?

Pascal Keel
Drucken
Teilen
Ein oft gesehenes Bild in den vergangenen Wochen: Ein Auto steht auf dem Goldachviadukt in Meggenhus in Flammen.

Ein oft gesehenes Bild in den vergangenen Wochen: Ein Auto steht auf dem Goldachviadukt in Meggenhus in Flammen.

Bild: PD
Der Brand eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs in Kriessern konnte schnell gelöscht werden.

Der Brand eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs in Kriessern konnte schnell gelöscht werden.

Bild: PD

Das nächste Fahrzeug hat's erwischt: Wegen eines technischen Defekts brannte am Donnerstagabend kurz vor neun Uhr in Kriessern ein landwirtschaftliches Fahrzeug, wie die Kantonspolizei St.Gallen am Freitagmorgen mitteilte. Die zuständige Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen, und der 14-jährige Fahrer blieb unverletzt. Es entstand Sachschaden von mehreren hundert Franken.

Einer von vielen

Der Vorfall mit dem Einachser ist bereits der fünfte Fahrzeugbrand in der Ostschweiz in den letzten drei Wochen. Kürzlich musste die Autobahn A1 dreimal innert zwei Wochen wegen eines brennenden Autos gesperrt werden: Zunächst brannte am 30. Juli ein Camper bei Münchwilen vollständig aus, dann am 6. August ein Auto eines 64-Jährigen bei Gossau, und schliesslich ging vergangenen Freitag ein Fahrzeug auf dem Goldachviadukt in Flammen auf. In sämtlichen Fällen entstand kilometerlanger Stau und mehrere zehntausend Franken Sachschaden. Ist die Häufung solcher Fahrzeugbrände den Sommertemperaturen geschuldet?

«Die fünf Brände der letzten drei Wochen sind schon eher viele, normalerweise sind es ein bis zwei pro Monat.»

Eigentlich müssten die Motoren den Sommertemperaturen problemlos standhalten, sagt Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Zudem sei es auch kein wirklicher Hitzesommer gewesen. Die Brände seien teils Folgen technischer Defekte, teils von Menschenhand verursacht worden. So wurde etwa der Dieselmotor in Gossau mit Benzin betankt und ging später in Flammen auf. In einigen Fällen dauern Untersuchungen noch an. Sorgen über die Überhitzung des Motors bei höheren Aussentemperaturen müsse man sich allerdings keine machen.

Falsch getankt: Ursache für den Fahrzeugbrand in Gossau war Benzin im Dieselmotor.

Falsch getankt: Ursache für den Fahrzeugbrand in Gossau war Benzin im Dieselmotor.

Bild: PD

Kampf gegen die Flammen

«Einen Zusammenhang zwischen Aussentemperatur und brennenden Motoren herzustellen, wäre reinste Spekulation», meint auch Robert Fuchs, Kommandant der Feuerwehr Rheineck Thal Lutzenberg. Seine Kameraden waren am vergangenen Freitag bei den Löscharbeiten des brennenden Fahrzeugs auf dem Goldachviadukt in Aktion. An sich seien Fahrzeugbrände mit Verbrennungsmotoren für die Feuerwehr nicht viel heimtückischer als normale Brände, sagt Fuchs. Nur bei Elektroautos müsse man wegen der Batterien äusserst vorsichtig sein. Bei Fahrzeugbränden auf der Autobahn habe die eigene Sicherheit allerhöchste Priorität, daher werde auch Acht gegeben, dass alles richtig abgesperrt sei. Manchmal frage man nach den Löscharbeiten selber bei den Fahrern nach, was denn passiert sei. «Viele haben auch schon gesagt, sie kommen direkt vom Service. Ob das stimmt, ist eine andere Frage», sagt Fuchs.

Auf der A1 in Richtung St.Gallen entwickelte sich am 13. August ein kilometerlanger Stau.

Auf der A1 in Richtung St.Gallen entwickelte sich am 13. August ein kilometerlanger Stau.

Bild: PD

Vorbeugung und Verhaltensweise

Laut Kantonspolizei sei ein regelmässiger Service denn auch die beste und einzige Vorbeugung gegen überhitzte Motoren. Wenn trotz regelmässigem Service Rauch aus dem Motor komme, habe man sich am besten wie folgt zu verhalten:

«Wenn möglich sofort auf dem Pannenstreifen anhalten und den Notruf alarmieren. Falls ein Feuerlöscher im Fahrzeug vorhanden ist, kann man in der Zwischenzeit probieren, das Feuer selbst unter Kontrolle zu bringen.»

Ansonsten solle man auf die Feuerwehr warten. «Bloss nicht sich selber in Gefahr bringen», betont Häderli.

Ein Camper ist auf der A1 bei Münchwilen vollständig ausgebrannt.

Ein Camper ist auf der A1 bei Münchwilen vollständig ausgebrannt.

Bild: PD

Aktuelle Nachrichten