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AUSBILDUNG: Lehrstelle sucht Schulabgänger

Im Kanton St. Gallen sind über 1500 Lehrstellen noch unbesetzt. In manchen Branchen ist der Lehrlingsmangel besonders deutlich ausgeprägt. Doch auch Ausbildungsplätze in einstigen Traumberufen sind nicht mehr leicht zu besetzen.

Nach den Sommerferien werden Tausende Ostschweizer Jugendliche eine Lehre beginnen. Allerdings bleiben viele Arbeitsplätze leer. Im Kanton St. Gallen sind gemäss dem Lehrstellennachweis Lena über 1500 Lehrstellen noch unbesetzt. Das sind rund 200 mehr als vor einem Jahr.

Hanspeter Scheu, Präsident der Sektion St. Gallen-Appenzell des Branchenverbandes Swissmechanic, schlägt Alarm. «Dieses Jahr beginnen 25 Prozent weniger Polymechaniker eine Lehre bei unseren Mitgliedern», sagt er. Die Zahl der Lehrlinge schwanke zwar von Jahr zu Jahr, ein so starker Rückgang sei aber ungewöhnlich. Und wenn die Branche nicht ausbilden könne, fehlten später Mitarbeiter.

Grosse Firmen finden leichter Lehrlinge

Woran es liege, sei schwer zu sagen. Die Mitglieder von Swissmechanic sind überwiegend kleinere Industriebetriebe. «Grössere Firmen wie Bühler oder SFS haben einen hohen Bekanntheitsgrad. Kleinere Firmen haben weniger Mittel, um Werbung zu machen.» Und manchmal müsse man Bewerber ablehnen. «Ein KMU braucht Lehrlinge, die Leistung bringen. Sonst sagt es lieber Nein.» Doch anders als früher bleiben so die Lehrstellen häufiger unbesetzt. «Früher hatte es zu wenig Lehrstellen. Heute ist es umgekehrt. Das hat auch demografische Gründe», sagt Scheu.

«Gesamtschweizerisch sind gegen 20000 Lehrstellen nicht besetzt», sagt Felix Keller, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbands. «Betroffen sind verschiedene Berufe. Generell sind solche weniger beliebt, bei denen man dreckig wird.» Dass es grösseren Firmen leichter fällt, ihre Stellen zu besetzen, sei nicht neu. «Aber der Lehrstellenmarkt ist regional. Verschiedene Gewerbevereine leisten hier gute Arbeit darin, die Stellen in ihrer Region bekannt zu machen.» Doch auch die Vereine können nichts daran ändern, dass die Zahl der Schulabgänger seit Jahren zurückgehe. «Dass nun geburtenschwächere Jahrgänge kommen, wusste man schon ­lange.»

Diese demografische Entwicklung ist für Ruedi Giezendanner, Leiter des Amtes für Berufsbildung des Kantons St. Gallen, der wichtigste Grund, weshalb auch Polymechaniker-Lehrstellen offen bleiben dürften. «Seit 2008 ist die Zahl der Schulabgänger um rund 25 Prozent gesunken», sagt er. Im Sommer 2008 beendeten noch 6578 Schüler ihre obligatorische Schulzeit. 2016 waren es noch 5026. Die Zahl der Schulabgänger, die zur Zeit der Befragung Ende Mai einen Lehrvertrag hatten, sank in diesem Zeitraum um rund 800 auf 3644. Genaue Zahlen für das laufende Jahr werden nächste Woche bekanntgegeben, sagt Giezendanner. Doch der Rückgang geht weiter, wie die Zahl der offenen Lehrstellen vermuten lässt.

Kaufmann kein Traumberuf mehr

Es sei aber kaum auszumachen, in welchen Berufen der Lehrlingsmangel am stärksten sei. «Betroffen sind fast alle Berufe.» Die kaufmännische Lehre gelte zwar als beliebt, weil jedes Jahr am meisten Lernende diese Ausbildung beginnen. «Doch das hat mit der Zahl der angebotenen Lehrstellen zu tun.» Auch Kaufmann sei kein Traumberuf mehr: «Die Zahlen sind auch hier rückläufig», sagt Giezendanner.

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