Ausbau von Bahnhöfen, mehr Züge, kürzere Fahrzeiten: Bund setzt auf dem Schienennetz einen Grossteil der St.Galler Forderungen um

Das Bundesamt für Verkehr zeigt in seiner jüngsten Publikation weitere Angebotsverbesserungen auf der Schiene auf. Für den Kanton St.Gallen sei das ein Schritt in die richtige Richtung, schreibt er in einer Mitteilung. Es bestehe aber noch Verbesserungspotential.

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Der Bahnhof Wil wird ausgebaut.

Der Bahnhof Wil wird ausgebaut.


Bild: Nik Roth

(stm/pd) Trotz der Nachfragesteigerung im Jahr 2019 seien aus Sicht des Kantons St.Gallen Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr auf der Schiene nötig. So funktioniere der Bahnknoten Wil nicht wie gewünscht, ein Teil der S-Bahn-Linie sei nicht exakt aufeinander abgestimmt und die Zahl der Abfahrten an stark frequentieren Haltestellen noch nicht ausreichend.

Mit dem Bahnausbauschritt 2035 werden diverse Mängel im Kanton St.Gallen behoben. Das zuständige Bundesamt für Verkehr hat einen neuen Planungsstand des Angebotskonzepts 2035 erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Folgende Verbesserungen sind vorgesehen:

  • Ausbau der Bahnhöfe Wil und St.Gallen zu Vollknoten
  • Fahrzeitverkürzungen auf zahlreichen Abschnitten (u.a. Zürich‒St.Gallen in 52 Minuten)
  • Mehr Züge und Sitzplätze zwischen St.Gallen, Wil und Zürich
  • Einführung Viertelstundentakt Wil–St.Gallen und Herisau–St.Gallen–Wittenbach
  • Zusätzliche S-Bahnen zwischen St.Gallen und Rorschach
  • Halbstündliche Direktverbindungen Zürich–St.Gallen–Rheintal

Zur Realisierung dieser Angebotsverbesserungen sind verschiedene Infrastrukturausbauten nötig. Zentral ist der Brüttenertunnel, der die Leistungsfähigkeit zwischen Zürich und Winterthur erhöht und damit auch schnellere Verbindungen nach St.Gallen ermöglicht. Für die Region St.Gallen ist der Ausbau der Gleisanlagen im östlichen Teil des Bahnhofs St.Gallen ebenso wichtig. Dieser Ausbau gehört schweizweit zu den ersten, die aus dem Programm «Ausbauschritt 2035» umgesetzt werden.

«Die zuständigen Stellen des Kantons St.Gallen sind erfreut, dass ein Grossteil der eingeforderten Infrastrukturausbauten und Angebotsverbesserungen definitiv in die Bundesplanungen aufgenommen worden ist», heisst es in der Mitteilung des Kantons. Sie würden sich dafür einsetzen, dass die Ausbauten möglichst rasch umgesetzt werden. Gleichzeitig würden Bestrebungen laufen, den öffentlichen Verkehr weiter zu verbessern, insbesondere bei grenzüberschreitenden Verbindungen Richtung Vorarlberg und beim S-Bahn-Angebot rund um die Städte St.Gallen und Wil.

Ausbau für knapp 13 Milliarden Franken

Das eidgenössische Parlament hat zum Ausbauschritt 2035 Investitionen von 12,89 Milliarden Franken bewilligt. Damit kann das Angebot schweizweit sowohl im Fern- wie auch im S-Bahn-Verkehr weiter verdichtet und an die stark steigende Nachfrage angepasst werden.

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