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AUSBAU: Alles cool bei Bruno Damann: St.Galler sparen bei der Zugfahrt nach München bald eine Stunde

Nach rund zehn Jahren Planung haben die Bauarbeiten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lindau-München begonnen. Ab Ende 2020 soll die Fahrt zwischen den beiden Metropolen Zürich und München nur noch dreieinhalb Stunden dauern.
Ulrich Stock
Der St.Galler Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann (rechts) mit dem Schweizer Generalkonsul in München, Markus Thür. (Bild: Ulrich Stock 0049-8382-9422)

Der St.Galler Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann (rechts) mit dem Schweizer Generalkonsul in München, Markus Thür. (Bild: Ulrich Stock 0049-8382-9422)

"Ich möchte, dass das Projekt wie ein Schweizer Uhrwerk zeitgenau umgesetzt und pünktlich fertiggestellt wird", betonte der neue deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer beim offiziellen Spatenstich am Freitag im bayerischen Memmingen. Es gilt, in den nächsten zweieinhalb Jahren die 155 Kilometer lange Bahntrasse zwischen Lindau und Geltendorf, einem Vorort von München, zu elektrifizieren und für Neigetechnik-Züge auszubauen.

Für Planung und Bau sind rund 440 Millionen Euro veranschlagt, finanziert vom deutschen Staat, vom Land Bayern, von der Deutschen Bahn und von der Schweiz, die das Projekt mit einem Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfrid Hermann richtete in seiner Ansprache einen besonderen Dank an die Schweiz, denn "ohne deren Druck hätte das Bahnprojekt möglicherweise noch länger warten müssen". Helmut Schütz vom bayerischen Verkehrsministerium sprach von einem neuen Bahnzeitalter und zeigte sich erfreut, dass auf der Trasse nun bald moderne, umweltfreundliche E-Loks zum Einsatz kommen werden und "Deutschlands größte Diesel-Insel nun endlich beseitigt" wird.

Der Chef des Sankt Galler Volkswirtschaftsdepartements, Bruno Damann, der ebenfalls beim Spatenstich dabei war, sieht im näheren Zusammenrücken der beiden Metropolen Zürich und München sowie in der besseren Anbindung an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz "nicht nur touristisch, sondern auch gesamtwirtschaftlich eine enorme Bedeutung".

Mit dem Streckenausbau werde sich auch die Konkurrenzsituation zwischen Bahn und Fernbussen auf der Strecke Zürich-München ändern, ist der Schweizer Generalkonsul in München, Markus Thür, überzeugt. So werde mit der Elektrifizierung die "Attraktivität der Busse nachlassen", weil die Züge künftig nicht nur schneller fahren können, sondern auch keinen Staus ausgesetzt sind.
Das gilt insbesondere für den schnellen und neigefähigen "Astoro" (ETR 610) der SBB, der ab 2021 als Eurocity (EC) zwischen Zürich und München eingesetzt werden soll.

Doch vorerst müssen die Fahrgäste infolge der Bauarbeiten erst mal Behinderungen in Kauf nehmen. Dies betrifft zunächst den Streckenabschnitt Leutkirch-Buchloe, der bis Anfang September 2018 gesperrt werden muss. In dieser Zeit wird der EC über Kempten umgeleitet, was die Fahrzeit nach München um zirka eine Viertelstunde verlängern wird. Im Zuge des zweieinhalbjährigen Bahnausbaus werden unter anderem über 3500 Masten für Oberleitungen gesetzt, fast 50 Straßenbrücken angepasst, unzählige Bahnübergänge umgebaut, sieben elektronische Stellwerke neu gebaut und mehr als 25 Kilometer Schallschutzwände errichtet.

Ebenfalls am Freitag fiel im württembergischen Baienfurt (nördlich von Ravensburg) der Startschuss für den Ausbau der sogenannten Südbahn, bei dem die 120 Kilometer lange Strecke zwischen Lindau, Friedrichshafen und Ulm elektrifiziert wird. Hierfür werden Bahn, Bund und Land Baden-Württemberg rund 250 Millionen Euro investieren. Damit werden Fahrgäste aus der Bodenseeregion künftig schneller nach Stuttgart kommen. Allerdings soll dieses Projekt erst ein Jahr später, also Ende 2021, fertiggestellt sein.

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