AUS FÜR MILITÄRMUSIK-ANLASS: Zu wenige hatten Gehör fürs St.Gallen Tattoo

Die Organisatoren des St.Gallen Tattoos ziehen die Notbremse: Der Anlass findet nicht mehr statt, weil er im vergangenen Herbst zu wenig Publikum angelockt hat. Daraus resultierte ein Defizit im sechsstelligen Bereich.

Daniel Walt
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Vergangenheit: Musiker am Tattoo in der Olma-Halle. (Bild: Benjamin Manser)

Vergangenheit: Musiker am Tattoo in der Olma-Halle. (Bild: Benjamin Manser)

Das St.Galle Tattoo war für Adi Osterwalder eine Herzensangelegenheit. Dementsprechend weh tut ihm das am Donnerstag verkündete Aus für den Anlass. Der Initiant und Co-Organisator spricht von einer schönen, spannenden Zeit, die nun leider zu Ende gehe. Grund dafür, dass das Tattoo zumindest vorläufig nicht weitergeführt wird: Die Militärmusiker zogen zu wenig Publikum an.

St. Gallen Tattoo (Bild: Benjamin Manser)
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St. Gallen Tattoo (Bild: Benjamin Manser)
St. Gallen Tattoo (Bild: Benjamin Manser)
St. Gallen Tattoo (Bild: Banjamin Maser)
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"Unter den Erwartungen"
Vor rund zehn Jahren kam die Idee auf, in St.Gallen ein Festival für Militär- und Schottlandmusik zu veranstalten, 2012 ging die Premiere dann über die Bühne. Bereits im Jahr 2014 hatte das St.Gallen Tattoo, damals noch unter dem Namen "Tattoo St.Gallen", ein Defizit von gegen 150'000 Franken geschrieben. In der Folge wurde der Anlass auf das Jahr 2016 hin in Zusammenarbeit mit den Olma Messen neu aufgegleist. Dieses Tattoo bleibt laut den Veranstaltern in guter Erinnerung - nicht nur die Besucher, sondern auch die über 500 angereisten Musiker hätten sich begeistert vom Anlass gezeigt. Auch mit den Sponsoringgeldern zeigen sie sich zufrieden.

Anders sieht es hingegen in Sachen Besucheraufmarsch aus: "Trotz vorsichtiger Budgetierung mit im Vergleich zu früheren Durchführungen deutlich reduzierter Gästezahl blieb das Besucheraufkommen mit 5000 Personen unter den Erwartungen", teilen die Organisatoren mit. Obwohl die Marketingmassnahmen im Vergleich zu den drei vorangegangenen Tattoos ausgebaut und in den obersten Ticketkategorien gute Umsätze erzielt worden seien, sei es nicht gelungen, genügend Besucher an die Veranstaltung zu bringen.

"Im tieferen sechsstelligen Bereich"
Als die Kooperation mit den Olma Messen zustande kam, hoffte Adi Osterwalder, dass dies die Rettung für den Anlass sein könnte. Die Zusammenarbeit sei auch hervorragend gewesen, lobt er. Trotzdem: Die Rechnung ging schliesslich nicht auf. "Das zeigt, dass Militär- und Schottlandmusik bei uns offenbar nicht genügend Publikum anlocken kann", sagt Osterwalder.

Ralph Engel, Abteilungsleiter Congress Events bei den Olma Messen, spricht davon, dass im vergangenen Jahr insgesamt 2000 Besucher zu wenig ans Tattoo gekommen seien. Deshalb sei ein Defizit im tieferen sechsstelligen Bereich entstanden. In ihrer Analyse kommen die Veranstalter zum Schluss, dass die Mindereinnahmen aus dem Ticketverkauf nicht durch zusätzliches Sponsoring kompensiert werden können. Alternative Finanzierungsquellen wie beispielsweise Mittel aus der Kulturförderung oder von privaten Geldgebern sind aus ihrer Sicht schwierig zu erschliessen.

25'000 Franken bei der Stadt offen
"Es ist bedauerlich, dass es keine Fortsetzung des St.Gallen Tattoo gibt. Aber: Wer nichts wagt, gewinnt nichts", sagt Ralph Engel weiter.Man müsse in der Ostschweiz den Mut haben, mit kalkulierbarem Risiko auch neue Dinge zu machen. Beim Tattoo habe das nun leider nicht funktioniert. Engel legt aber Wert auf die Feststellung, dass für die Austragung 2016 keine Rechnungen mehr offen sind. Laut Adi Osterwalder wurden sie gemäss einem Kostenverteilschlüssel von den Olma Messen beziehungsweise dem OK St.Gallen Tattoo beglichen.

Aus dem Jahr 2014 sei noch ein Betrag von rund 25'000 Franken bei der Stadt St.Gallen offen, sagt Osterwalder weiter. Es sei diesbezüglich aber eine Vereinbarung getroffen worden. Der ganze Rest an Verbindlichkeiten aus der Austragung 2014 sei erledigt.