Aus für den Eichberg-Zoo

Die Rettung für den Eichberg-Zoo ist gescheitert. Er wird geschlossen und liquidiert. Bei der Räumung hilft auch der Gossauer Walter-Zoo. Ein Teil der Tiere kommt dorthin.

Gert Bruderer
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Publikumsliebling Masha steht vor einer neuen Zukunft an anderm Ort. Zooleiter Thomas Lauber wird wohl nach Zürich zurückkehren. (Bild: Gert Bruderer)

Publikumsliebling Masha steht vor einer neuen Zukunft an anderm Ort. Zooleiter Thomas Lauber wird wohl nach Zürich zurückkehren. (Bild: Gert Bruderer)

eichberg. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb hatten viele gehofft, der Eichberg-Zoo sei zu retten. Dass er Probleme hat, ist ja nicht neu. Das einst auf die Zucht ausgerichtete Unternehmen hinkt mit dem Investieren tüchtig hintennach – um über eine Million. Es muss zunehmend strengere Auflagen erfüllen und sich mit einem jährlichen Defizit in der Grössenordnung von 100 000 Franken herumschlagen.

Tiere zügeln in andere Zoos

Um weiterzumachen, hätte der Zoo nicht nur beträchtlicher finanzieller Mittel bedurft, sondern auch einer deutlich grösseren Attraktivität. Ein sogenannter Märlizoo war deshalb schon geplant, ein Beitrag von 150 000 Franken aus dem Lotteriefonds bereits gesprochen, weitere 50 000 Franken hätten die Gemeinde Eichberg und Rheintal Tourismus beigesteuert.

Dies ist jetzt hinfällig. Die einen bedauern das, aber nicht alle im Dorf trauern dem Zoo wirklich nach. Er habe sicher für die Schulen viel bedeutet, heisst es, auch das Image der Gemeinde habe der Zoo begünstigt – aber «immer wieder Geld hineinzupumpen», bringe nichts. Dies umso weniger, als der Erfolg bei einem Ausbau ja nicht garantiert gewesen wäre. Von «grossen Risiken» spricht der Stiftungsrat.

Dass die Bemühungen nichts fruchteten, bedeutet: Der Zoo wird ab sofort geräumt. Der Plättli-Zoo in Frauenfeld übernimmt drei kleine Kängurus, ein anderer Zoo die Zwergfischotter, und für die rund 15 Alpakas und Lamas hat die Stiftung Erlebniszoo Rheintal gute Plätze in der Region in Aussicht. Auch Masha, das berühmte Trampeltier, das bei vielen Grossveranstaltungen zugegen war, braucht wohl nicht weit zu reisen. Alle anderen Tiere kommen zu Tierli Walter nach Gossau: etwa 30 Affen aus verschiedenen Familien, je zwei Pandas und Geparden sowie ein Zwerghirschpaar mit Jungem.

Fünf Mitarbeiter beschäftigt

Im November hatte der Entscheid, den Zoo zu schliessen, ein grosses Echo aus nah und fern ausgelöst. Grosszügige Zahlungen von Freunden und Sympathisanten ermöglichten es, den Zoobetrieb vorübergehend fortzuführen und in Ruhe nochmals alle Optionen zu prüfen. Nicht zuletzt die fünf Mitarbeitenden des Zoos machten sich für den Fortbestand stark – und hofften. Andererseits erlebten sie die Wintermonate als belastend. Thomas Lauber, der die Leitung des Betriebs vor eineinhalb Jahren übernommen hatte, spricht von einer grossen Unsicherheit. Nun, da die Schliessung nicht mehr abzuwenden ist, steht ihm die Rückkehr in den Raum Zürich bevor. Einen neuen Job hat er noch nicht. Die beiden Lehrverträge übernimmt der Walter-Zoo.

Käufer für Liegenschaft gesucht

Die Schliessung des Zoos hat den Verkauf der Liegenschaft samt Wohngebäude und Zoohaus zur Folge. Weil der Zoo nicht mehr bestehen wird, kann es für das Land auch keine Sonderzone mehr geben. Ob die Familie Heidi und Walter Freund das Restaurant Zoohaus weiterführt, ist offen. Walter Freund, der dem Zoo auch Pachtland überlassen hatte, nennt die Situation «sehr unglücklich», zumal die neue Ausgangslage völlig unklar sei. Sicher ist: Die Stiftung sucht für ihre Liegenschaft einen Käufer.