«Aufspaltung schadet der Attraktivität»

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Fachhochschulen Die St. Galler Regierung will die drei kantonalen Fachhochschulen Rapperswil, Buchs und St. Gallen unter einem Dach zusammenschliessen. Die Trägerschaft soll interkantonal organisiert sein. Die vorbereitende Kommission des Kantonsrats unterstützt dieses Vorhaben, wie sie gestern bekannt gab. Nur durch eine Fusion könnten die Fachhochschulen der Ostschweiz eine respektable Grösse erreichen, erklärt Kommissionspräsident Peter Hartmann (SP). Dadurch werde man für Studenten und Dozenten attraktiver. «Daran sind wir bisher gescheitert», sagt Hartmann mit Blick auf die Studentenzahlen. Die meisten Studierenden gingen nach Zürich oder in die Nordwestschweiz. Dies sei für den Wirtschaftsstandort Ostschweiz, der unter einem Fachkräftemangel leide, problematisch. Wer für das Studium weggezogen sei, kehre eher nicht mehr zurück.

Die Kommission gibt auch eine Empfehlung für die operative Organisation und Ausrichtung der künftigen Hochschule. Sie befürwortet ein Departement-Modell. Das heisst, eine Fachrichtung ist an einem Standort angesiedelt. Unter deren Federführung wird der Studiengang dann auch an den anderen beiden Standorten angeboten.

Wer zahlt, darf mitbestimmen

Auf die Kritik der Nachbarkantone am geplanten Modell geht die Kommission in ihrem Communiqué nicht ein. Die Kantone Thurgau und Schwyz möchten beide, dass der Standort Rapperswil eigenständig bleibt. Zudem befürchten sie, dass ihr Mitspracherecht schwindet.

Kommissionspräsident Hartmann erklärt, dass die Hochschulen durch eine Aufspaltung im Vergleich zu anderen Schweizer Institutionen viel zu klein werden würden: «Die Diskussion erübrigt sich somit.» Was den schwindenden Einfluss der Nachbarkantone angeht, meint Hartmann, wer zahle, der habe ein Mitspracherecht. Und St. Gallen trage mindestens 80 Prozent der Kosten. Somit sei eine St. Galler Führung eine logische Konsequenz. Wie ausgeprägt die Führungsrolle des Kantons aussehen soll, müsse der Regierungsrat nun ausarbeiten. Die Kommission sei trotzdem überzeugt, dass eine interkantonale Trägerschaft notwendig sei. (otm)