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Berufsfachschulen im Kanton St. Gallen: Die Aufsicht wird neu geregelt

Im Kanton St. Gallen werden die Berufsfachschulkommissionen dem Amt für Berufsbildung unterstellt. Die Verlierer reden von «einer Machtverschiebung ins Bildungsdepartement».
Regula Weik
Abschlussprüfung der Grafikerlehrlinge am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser (St. Gallen, 14. Juni 2017))

Abschlussprüfung der Grafikerlehrlinge am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser (St. Gallen, 14. Juni 2017))

Die Berufsbildung werde mit der neuen Organisation gestärkt, sagen die Befürworter. Das Gegenteil sei der Fall; sie werde dadurch geschwächt, kontern die Gegner. Für die St. Gallerinnen und St. Galler ist der Fall klar: Sie stehen hinter der neuen Organisation und damit der neuen Führung für die Berufsfachschulkommissionen. Der Ja-Stimmen-Anteil beträgt fast 82 Prozent.

Er sei froh, dass das Volk auf die «Verwirrspiele» der Gegner nicht hereingefallen sei, sagt der St. Galler Regierungspräsident und Bildungschef Stefan Kölliker. Er widerspricht denn auch den Gegnern der Vorlage: Die Berufsfachschulkommissionen würden mit der Reform gestärkt, der Einbezug der Wirtschaft sei auch künftig sichergestellt. Bei der Umsetzung der Reform kommt es nun allerdings zu einer Verzögerung – wegen des Referendums. Ursprünglich sollte die neue Regelung auf Jahres­beginn wirksam werden. Nun will Kölliker der Regierung beantragen, diese auf Juni 2020 in Kraft zu setzen; Ende Mai 2020 endet die reguläre Amtsdauer der heutigen Mitglieder der Berufsfachschulkommissionen.

«Die kantonale Verwaltung wird aufgebläht»

Am vehementesten hatte sich die CVP gegen die Vorlage gewehrt. Offenbar sei die Mehrheit der St. Galler Abstimmenden einverstanden damit, dass «die kantonale Verwaltung aufgebläht und ein gut funktionierendes Milizsystem abgeschafft sowie Gewerbe und Regionen bei der Berufsbildung ausgeschlossen werden». Die CVP habe sich für eine starke Berufsbildung mit einer engen Verbindung zum Gewerbe eingesetzt; nun bleibe dieses aussen vor. Kölliker mag auf diese Kritik nicht mehr im Einzelnen eingehen – nur so viel: Er verstehe nicht, dass die Gegner «die Unwahrheiten», welche sie bereits im Abstimmungskampf geäussert hätten, nun weiter verbreiteten.

Die CVP schont den Bildungschef am Abstimmungssonntag nicht. So hält Peter Göldi, Kantonsrat und Sprecher der Partei bei der Berufsbildung, fest: «Wir werden die Machtverschiebung ins Bildungsdepartement wachsam beobachten und den Bildungschef am weiteren Erfolg der Berufsbildung messen.»

Die SP, welche sich ebenfalls gegen die Reform gewehrt hatte, äusserte sich gestern nicht zum Abstimmungsresultat. Sie hatte, anders als die CVP, eine noch konsequentere Professionalisierung gefordert; das Milizsystem mit den Berufsfachschulkommissionen habe versagt.

Kantonalisierung der Schulen damit abgeschlossen

FDP, SVP, Gewerbeverband, Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Lehrerverband hatten sich hinter die Vorlage gestellt. Die Argumente dieser breiten Allianz sowie von Regierung und Kantonsparlament seien gehört worden, sind die Freisinnigen zufrieden. Damit sei die Kantonalisierung der Berufsfachschulen abgeschlossen und die Strukturen «auf die Zukunft ausgerichtet».

Das neue Modell kläre die Verantwortlichkeiten, so die SVP. Die deutliche Zustimmung zeige, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger «der Mehrheit des Kantonsparlaments grosses Vertrauen in Bezug auf die Organisation der Staatsaufgaben schenken».

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