Buchbesprechung
Unschuldig, aber unliebsam: In Gmünden wurden jahrzehntelang willkürlich Leute weggesperrt

Sie waren ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, weil sie als «liederlich» oder «arbeitsscheu» galten: Ein Buch zeichnet die administrativen Zwangsmassnahmen in Appenzell Ausserrhoden nach.

Rolf App 2 Kommentare
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Die Zwangsarbeitsanstalt Gmünden um 1940: Hier sind jahrzehntelang Menschen versorgt worden, die als «liederlich» oder «arbeitsscheu» galten: Von Armut Betroffene, Alkoholkranke, Fahrende.

Die Zwangsarbeitsanstalt Gmünden um 1940: Hier sind jahrzehntelang Menschen versorgt worden, die als «liederlich» oder «arbeitsscheu» galten: Von Armut Betroffene, Alkoholkranke, Fahrende.

Bild: PD

Im Mai 1931 wendet sich der Kesselschmied und Hausierer Friedrich R. an die Ausserrhoder Regierung. «Was ich begangen habe, ist doch nicht so schlimm, dass ich ein ganzes Jahr Freiheitsstrafe verdient habe», schreibt er, nachdem er auf Antrag der Heimatgemeinde wegen «Familienpflichtverletzung» und «schlechten Betragens» administrativ versorgt und in die Zwangsarbeitsanstalt Gmünden verbracht worden ist.

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