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Auf Tuchfühlung mit vornehmen Briten: Die Rolls-Royces von Dornbirn rücken näher

Wie zeigt man alte Technik in moderner Form? An dieser Frage arbeiten das Rolls-Royce-Museum Dornbirn und das Fliegermuseum Altenrhein gemeinsam. Klar ist: Einfach die Garage oder den Hangar zu öffnen, reicht nicht mehr.
Adrian Vögele

Wo immer ein Rolls-Royce aus der Vorkriegszeit unterwegs ist, verdreht er Köpfe. Aussen pure Eleganz, innen Spitzentechnik, die ihrer Zeit oft weit voraus war. Dieses Phänomen auf vier Rädern wird künftig auch im Grenzverkehr zwischen Vorarlberg und der Ostschweiz öfter zu beobachten sein: Das Rolls-Royce-Museum Dornbirn und das Fliegermuseum Altenrhein spannen zusammen. Im neuen FFA-Museum am Flugplatz, das sich im Bau befindet, werden ab 2019 wechselnde Fahrzeuge aus der Vorarlberger Oldtimersammlung ausgestellt. Die Familie Vonier, der die Autos gehören und die das Rolls-Royce-Museum in Dornbirn betreibt, hat gemeinsam mit dem Fliegermuseum eine neue Trägergesellschaft gegründet.

Zu Besuch in Vorarlberg

Die Redaktorinnen und Redaktoren des Ressorts Ostschweiz haben ihren Arbeitsplatz für eine Woche nach Vorarlberg verlegt. Von dort aus berichten sie über Menschen, Wirtschaft und Kultur unserer so unbekannten wie faszinierenden Nachbarn – auf dass sie uns ein Stück näher rücken.

Beide Museen stecken in einer Phase der Neuerfindung. Das Dornbirner Museum – untergebracht auf einem historischen Industrieareal an der Strasse zur Rappenlochschlucht – ist deutlich kleiner und zeigt weniger Fahrzeuge als früher, dafür werden diese immer wieder ausgetauscht. Optionen gibt es zur Genüge: Die Sammlung Vonier zählt über 100 britische Oldtimer. Die Besucher dürfen heute näher an die Exponate heran, es gibt keine Absperrungen mehr. «Die Leute sollen die Welt dieser Autos erleben können», sagt Museumsmanager Wolfgang Bernecker und öffnet Türen, Motorhauben, Kofferraumdeckel. Auch Hand anlegen darf das Publikum da und dort – etwa um am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutete, einen Rolls-Royce aus dem Jahr 1928 anzukurbeln. Und rasch ist klar: Die damaligen Chauffeure brauchten ordentlich Kraft. Allerdings kam die Kurbel nur im Notfall zum Einsatz, denn natürlich hat der Wagen einen elektrischen Anlasser.

Ein Ölmessstab aus Rosenholz

Die beiden Engländer Charles Rolls und Frederick Royce hatten ihre Firma 1904 mit dem Ziel gegründet, die besten Autos der Welt zu bauen. Sie dachten dabei nicht an Luxus, sondern an absolute Zuverlässigkeit und hohe Leistung. Weil aber die ausgefeilte Technik ihren Preis hatte – schon in den 30er-Jahren gab es in den Autos etwa ein Antiblockiersystem – wurde der Rolls-Royce naturgemäss zum Produkt für zahlungskräftige Kunden.

Da sich die Ausstellung auf wenige Autos beschränkt, bleibt mehr Zeit für die vielen verblüffenden Details der Rolls-Royce-Geschichte. Zum Beispiel für die ausgeklügelte Fensterkurbel, die die Seitenscheibe nach unten und nach hinten bewegen kann. Oder den Ölmessstab aus Rosenholz. «Das Holz wurde nicht gewählt, weil es edel ist, sondern weil es sich technisch am besten eignet», erklärt Bernecker. Ein Stab aus Metall könne brechen und einen Getriebeschaden verursachen. Mit dem Rosenholz-Stab sei das ausgeschlossen.

Streit um Fördergelder

Dem Neustart des Museums gingen turbulente Zeiten voraus: Im vergangenen Jahr strich die Stadt Dornbirn die finanzielle Unterstützung. Die Subventionen waren schon länger politisch umstritten gewesen, gerade in links-grünen Kreisen. Ebenfalls letztes Jahr verstarb Museumsgründer Franz Vonier. Inzwischen haben seine Söhne Bernhard und Johannes das Museum verkleinert und modernisiert. «Das neue Konzept ist in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Vorarlberg entstanden», sagt Bernhard Vonier. Das Museum könne auch ohne öffentliche Gelder überleben, unter anderem dank Sponsoren. Vonier hat Fahrzeugbau studiert und war in Grossbritannien bei Rolls-Royce und Bentley in der Entwicklung tätig. Dann aber zog es ihn doch wieder nach Hause zu den Oldtimern: «Wenn man diesen Virus einmal hat, wird man ihn nicht mehr los.» Fast täglich arbeitet Bernhard Vonier in der museumseigenen Werkstatt an den Autos.

Ausfahrten ab Altenrhein geplant

Zugleich laufen die Vorbereitungen für das FFA-Museum in Altenrhein. Wolfgang Bernecker wird auch dort das Management übernehmen. Nebst der Fachhochschule Vorarlberg ist die Universität St. Gallen in die Planung involviert. Während das bisherige Fliegermuseum im Wesentlichen ein begehbarer Hangar war, soll das neue die hohen Ansprüche an ein modernes Museum erfüllen. Digitale Elemente werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie das Vorführen und Erleben der alten Technik: Analog zu den Oldtimer-Flugzeugen, die nach wie vor regelmässig geflogen werden, sollen auch die Autos der Sammlung Vonier in Altenrhein ausgefahren werden, samt Passagieren. Das Rolls-Royce-Fahren, sagt Bernhard Vonier, fasziniere ihn immer wieder aufs Neue. Auch weil die Autos derart leise Zeitgenossen sind. «Wenn man an einer Ampel steht, hört man manchmal gar nicht, ob der Motor noch läuft.» Dann hilft nur ein Blick aufs Armaturenbrett.

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