Auf in die Arena - Startups präsentieren  potenziellen Investoren ihre Produkte

TV24 führt uns in “Die Höhle der Löwen». Eine Fernsehsendung, in dem Unternehmens-Gründer für ihre Geschäftsidee und um Geldsegen von Investoren kämpfen. Dabei sind auch sechs Ostschweizer.

Rosa Schmitz
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Markus Fust und Serge Eggler aus Wil sind heute Abend in der Sendung 1 zu sehen. (Bilder: TV24)

Markus Fust und Serge Eggler aus Wil sind heute Abend in der Sendung 1 zu sehen. (Bilder: TV24)

Jutta Jertrum aus Jona am 25. Juni in der Sendung 6.

Jutta Jertrum aus Jona am 25. Juni in der Sendung 6. 

Und Sandra Gschwend und Christian Diethelm aus Widnau am 2. Juli in der Sendung 7.

Und Sandra Gschwend und Christian Diethelm aus Widnau am 2. Juli in der Sendung 7. 

Unternehmens-Gründer müssen heute um 20:15 Uhr vor laufender Kamera ihr Produkt kurz und prägnant beschreiben. Danach fallen «Löwen» über sie her - fünf Mitglieder einer Jury, allesamt Top-Unternehmer: Tobias Reichmuth, Bettina Hein, Roland Brack, Anja Graf und Jürg Marquard. Sie entscheiden, ob sie in eines der vorgestellten Projekte Geld investieren oder nicht.

Das TV-Format gibt es bereits in 22 Länder. Nun läuft es unter dem Titel «Die Höhle der Löwen» auch in der Schweiz - auf TV24. 

TV-Sendung «Höhle der Löwen» kommt in die Schweiz

In 22 Ländern gibt es das TV-Format bereits, nun tritt «Höhle der Löwen» an, Unternehmertum in der Schweiz fernsehtauglich zu machen. Das wichtigste Element der Show sind die Investoren: Etwa der Gründer von Brack.ch, eine Techpionierin und Jürg Marquard.
Katja Fischer De Santi

Als eine der ersten ziehen Markus Fust (53) und Serge Eggler (26) aus Wil in die Arena. Sie sind Gründer von “Ecoleo” und wollen durch die Show eine sechsstellige Investitionshilfe rausholen. Ecoleo ist ein digitales Startup innerhalb einer bestehenden Schreinerei in Wil. Über einen Online-Konfigurator können bei dem Unternehmen massgefertigte Möbel bestellt werden. Diese werden in fünf Tagen hergestellt und ausgeliefert. Kunden montieren die Möbel selbst, nach einem Stecksystem, ganz ohne Werkzeug.

«Es kommen schon Bestellungen aus anderen Bereichen der Schweiz bei uns ein», sagt Eggler. «Doch da geht noch einiges mehr.» Ein Erfolg in der Sendung könnte ihnen helfen, sich national einen Namen zu machen. «Wir benötigen kein Kapital, um das Produkt aufzubauen und zusätzliche Konfigurationen zu entwerfen und zu entwickeln. Das erarbeiten wir mit eigenen Mitteln», sagt Fust. Die Löwen verfügten jedoch über ein umfangreiches Netzwerk, dass ihnen viele Türen für die Vermarktung ihres Produkts öffnen könnte.

Über einen Online-Konfigurator können von «Ecoleo» massgefertigte Möbel bestellt werden.

Über einen Online-Konfigurator können von «Ecoleo» massgefertigte Möbel bestellt werden. 

Ein Investment zu bekommen, ist nicht einfach. Die Kandidaten müssen die Juroren überzeugen, dass ihre Idee Hand und Fuss hat. Dass sich durch zusätzliches Investment damit tatsächlich ein Geschäft machen lässt. Denn die Investoren schiessen Geld aus ihrem Privatvermögen zu und das tun sie nur, wenn sie damit rechnen, dadurch einen Gewinn zu machen. Mit Investments werden Juroren zu Teilhabern an dem Unternehmen. Deswegen stellen sie Fragen, um herauszufinden, ob die Gründer ihnen wirklich genug zu bieten haben.

In den Kampf zieht auch Jutta Jertrum (49) mit TwistOut aus Jona. TwistOut ist ein spiralförmiger, spitzer Holzstab aus unbehandeltem Buchenholz, mit dem sich Verstopfungen in Abflüssen ökologisch herausziehen lassen – ohne der Umwelt zu schaden.

«Die Idee ist der Not heraus entstanden», sagt Jertrum. «Ich hatte zu Hause oft Schwierigkeiten mit verstopften Duschabflüssen und wusste, dass die meisten marktüblichen Produkte mein Problem nicht lösen – oder halt nur mit viel Chemie.» Eines Tages habe sie den Gedanken gehabt, einen langen Holzstab ähnlich eines Korkenziehers zu entwickeln. Und es funktioniere.

Auf dem deutschen Markt ist das Produkt «TwistOut» schon jetzt gut aufgestellt.

Auf dem deutschen Markt ist das Produkt «TwistOut» schon jetzt gut aufgestellt.

Anfangs sei es ihr nicht in den Sinn gekommen, das Produkt zu verkaufen. Sie war einfach froh, ihr Problem gelöst zu haben. «Auf die Idee kam ich einige Monate später», sagt die 38-Jährige. «Ich habe in der Hotellerie-Branche gearbeitet. Erst, als ich als Hotelgast dem gleichen Problem gegenüberstand, fing ich an, mir über die Möglichkeit, damit auf den Markt zu gehen, Gedanken zu machen.» Zehn Monate später war das Produkt, das in Europa hergestellt wird, zum Patent angemeldet.

Auf dem deutschen Markt ist sie schon jetzt gut aufgestellt: Das Produkt ist zum Beispiel schon in allen 2000 dm-Filialen zu kaufen. Auf dem Schweizer Markt ist sie noch nicht ganz so bekannt. «Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der deutsche Handel sehr offen ist für neue Produkte und die Zusammenarbeit mit Startups weniger scheut.»

Der «Tütenhüter», ein Tütenschluss-System, ist eine verfeinerte Version eines asiatischen Produktes.

Der «Tütenhüter», ein Tütenschluss-System, ist eine verfeinerte Version eines asiatischen Produktes. 

Als eine der letzten stehen Sandra Gschwend (34) und Christian Diethelm (29) aus Widnau den Löwen gegenüber. Sie sind die Gründer vom «Tütenhüter», ein Tütenschluss-System, um Lebensmittel frisch zu halten oder einzufrieren. «Das Produkt, das wir vorstellen, ist an sich nicht neu», sagt Gschwend. «Es ist schon seit einiger Zeit in Asien im Umlauf.» Doch die Rheintalerin und der Gommiswalder wollten eine eigene, verfeinerte Version auf dem Europäischen Markt einführen – produzieren lassen sie alles in der Schweiz.

In der Sendung aufzutreten, bringt jedem Gewinn. Denn Werbung für das Unternehmen ist es allemal. Selbst für die, die ohne neues Investment nach Hause gehen. Wie viele Gründer es schaffen, zeigt sich ab heute Abend auf TV24.