Wandertipp: Auf der Krete zum Hochhamm – gemütliche Wanderung mit Aussicht

Die Wanderung von Bächli auf den Hochhamm über eine Krete bietet schon beim Aufstieg eine Aussicht auf die Toggenburger Landschaft und den Alpstein. Der Aufstieg von knapp 500 Höhenmetern verteilt sich auf den ganzen Weg, der über Wiesen und durch Wälder, vorbei an kleinen Entdeckungen führt.

Sabrina Manser
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Die Wanderung startet in Bächli.
27 Bilder
Blick auf den Hemberg.
Blick auf Schönengrund.
Hochhamm-Gipfel

Die Wanderung startet in Bächli.

Infobox

Start: Bächli (Hemberg)
Ziel: Hochhamm
Strecke: 9.4 km
Wanderzeit: 2 h 50 min.
Aufstieg: 470 m
Abstieg: 470 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk. Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Restaurant Rössli, Di - Sa 9 - 24 Uhr; Bergrestaurant Hochhamm, immer offen am Wochenende; an Werktagen, wenn Schweizer Fahne gehisst.
Parkplätze: Restaurant Rössli
Öffentlicher Verkehr: Postauto 182 von Herisau in Richtung Brunnadern-Neckertal, Bahnhof bis St.Peterszell, Bächlistrasse; Postauto 185 von St.Peterszell in Richtung Hemberg, Dorf bis Bächli, Dorf.
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1094 Degersheim & 1114 Nesslau. (mas)

1 Bächli Die Wanderung ist ideal für den Herbst, wenn die Sonne nicht mehr so stark brennt. Denn der Kretenweg in den Hochhamm führt beim Aufstieg oft über Wiesen und weniger durch den schattigen Wald. Die Wanderung startet beim Restaurant Rössli, nicht unweit vom Campingplatz Bächli. Dort gibt es Parkmöglichkeiten. Ein paar Meter vom Restaurant entfernt, an der Wisstrasse, befindet sich die Bushaltestelle für das Postauto.


Los geht’s: Der Wegweiser an der Kreuzung, direkt vor dem Restaurant, zeigt für die eineinhalbstündige Wanderung auf den Hochhamm nach links. Für ein kurzes Stück geht es der Hauptstrasse Bomen entlang, danach weist ein gelber Pfeil den Weg nach rechts durch eine Wiese. Der Aufstieg beginnt. Der Pfad führt an Bauernhäusern vorbei und durch Kuhweiden hindurch. In der Ferne röhren Motorräder. Der Blick zurück fällt auf eine Gruppe von Motorrädern, die von Bächli in den Hemberg fährt. Es ist die Strecke, auf welcher sich Autofahrer jährlich beim Bergrennen Hemberg messen. Langsam verstummt das Dröhnen wieder. Der Weg mündet in eine leicht ansteigende Strasse. Bei jeder Abzweigung zeigen die gelben Wegweiser die Richtung an. Langsam eröffnet sich einem der Blick über die Toggenburger Hügellandschaft. Nach der Asphaltstrasse folgt ein Kiesweg, dann geht’s durch die Wiese, wo die Steigung für ein paar Meter etwas zunimmt. Gleich darauf lädt eine Bank zu einer ersten Verschnaufpause ein. Trotz des wolkigen Himmels kann der Ausblick auf die Hochalp genossen werden. Anschliessend führt der Weg durch eine mit Farn bewachsene Wiese im lichten Wald. Auf einer kleinen Anhöhe erblickt man sein Ziel: der Gipfel des Hochhamm. Wer aber jetzt schon Hunger hat, kann auf dieser Anhöhe grillieren – die Feuerstelle ist mit einem Rost ausgerüstet ­– und es sich auf der Bank gemütlich machen.

2 Hofstettli Nach einem kurzen Abstieg folgt ein Bauernhof. Dort kreuzen sich gleich mehrere Wanderwege. Zum Hochhamm geht es geradeaus, dem gelben Pfeil an der Hauswand folgend auf der Kiesstrasse weiter. Beim nächsten Haus geht es rechts die Wiese hinauf. Zwei grosse Birken säumen den Weg. Unter dem Blätterdach der einen Birke erweckt nicht nur ein gemütliches Plätzchen Aufmerksamkeit, sondern auch eine Kiste, die herrenlos dasteht. Es ist eine Lesekiste, wie sich herausstellt. Wer also mag, kann sich eine Lesepause mit Panoramablick gönnen. Wer weitergeht, überschreitet eine Grenze, die Kantonsgrenze St.Gallen-Appenzell Ausserrhoden. Die Trennungslinie ist mit einem Steinpfahl gekennzeichnet, der beide Kantonswappen abbildet.

Das nächste Wanderwegschild zeigt auf einen leicht ansteigenden Kiesweg. Dort wird es exotisch: Lamas grasen gemütlich am Hang. Gleich darunter blickt man auf Schönengrund. Danach führt der Pfad über Stock und Stein durch den Wald.

3 Feuerstelle Kurz vor dem Ziel befindet sich eine Feuerstelle mit grossem Tisch und Bänken. Auch Holz fürs Grillieren liegt bereit. Wer lieber im Restaurant essen möchte, hat es nicht mehr weit. Der Wegweiser zeigt geradeaus. Auf der anderen Seite des Zauns angelangt, führt der nächste Abschnitt am Waldrand entlang. Das letzte steilere Stück steht noch an, dann ist das Restaurant erreicht.

4 Hochhamm Wenn der Hunger noch nicht zu stark ins Restaurant lockt, kann in 15 Minuten der Gipfel des Hochhamm erreicht werden. Die Restaurantterrasse erlaubt aber auch schon einen weiten Panoramablick. Der Säntis ist zwar heute etwas hinter den Wolken versteckt, doch weiter hinten sieht man den Hohen Kasten, auf der anderen Seite das hügelige Toggenburg und Richtung Norden sogar den Bodensee.

Nach der Pause folgt der Abstieg zurück nach Bächli. Das erste Stück des Rückwegs ist derselbe wie beim Aufstieg. Bei der Feuerstelle im Wald folgt man dem Wegweiser nach rechts, nach Boden, Mülitobel. Im Zickzack geht es mal mehr, mal weniger steil den Waldweg hinunter. Aufgepasst: Wenn es zuvor stark geregnet hat, könnte der lehmige Boden relativ rutschig werden. Der Pfad führt an einem plätschernden Bächlein vorbei, dann biegt man dem Wegweiser folgend links in Richtung Bruggli ab. Noch ein paar Mal um die Kurve und das steilste Stück hat man schon hinter sich. Der Abstieg führt auf der geteerten Strasse weiter.

5 Bruggli Wenige Minuten später kommt man am Bad Bruggli vorbei. Es ist ein altes Bauernhaus aus dem Jahr 1838, das einst aus einer Wohnung, einem Stall und einer Badhütte bestand. Vor etwa 100 Jahren versprach man sich von dem Quellwasser, welches direkt hinter dem Haus entsprang, heilende Kräfte gegen rheumatische Beschwerden. Das Bad wurde von den Einheimischen als eine der wenigen Badegelegenheiten genutzt.

Dem Bad wird der Rücken gekehrt. Für den weiteren Abstieg biegt man rechts auf die Wiese ab. Der Weg führt durch eine Moorwiese, wo es zirpt, surrt und brummt. Der nächste Wegweiser zeigt nach links, Richtung Bächli. Der Wanderweg zweigt in eine Strasse, die einem bis zum letzten Waldstück führt. Dort schlängelt sich der schmale Waldweg leicht hinauf und wieder hinunter. Nach dem Wald eröffnet sich einem wieder der Blick ins Neckertal.

6/7 Hörnli/Bächli Nun geht es auf der Strasse weiter, vorbei am Hörnli Skilift. Bei der Kreuzung Hörnli biegt man nach rechts ab. Die Strasse führt an Apfelbäumen und Gärten mit Kürbissen vorbei. Wieder an der Hauptstrasse Bomen angelangt, zeigt das Wanderwegschild nach links, Richtung Bächli. Nach knapp 15 Minuten erreicht man wieder den Ausgangspunkt.

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