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Auf Barnetta ist Verlass – St.Gallen verschafft sich etwas Luft

Dank eines Tores von Tranquillo Barnetta in der 60. Minute gewinnen die Ostschweizer im Kampf gegen den Barrage-Rang bei den Grasshoppers drei wichtige Punkte. Die Zürcher werden wohl absteigen.
Patricia Loher
Erneut ein sicherer Wert auf St.Galler Seite: Tranquillo Barnetta (rechts) ist vor dem Zürcher Nedim Bajrami am Ball. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Erneut ein sicherer Wert auf St.Galler Seite: Tranquillo Barnetta (rechts) ist vor dem Zürcher Nedim Bajrami am Ball. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

Für einen Moment hielten alle den Atem an. Es war zu spüren, wie wichtig dieser eine Bruchteil einer Sekunde war. Tranquillo Barnetta, der sich nach einer flachen Hereingabe von Axel Bakayoko wunderbar in Position gebracht hatte, durfte sich in diesem Augenblick aussuchen, wohin im Tor er den Ball versenken wollte.

Der 33-Jährige, der nach dieser Saison zurücktreten wird, liess sich nicht zweimal bitten. Die Dämme brachen. Sowohl auf der Trainerbank als auch in der Fankurve. Denn Barnetta verschaffte seinem Club dank seines siebten Saisontores fast im Alleingang wieder etwas Luft im Kampf gegen den Barrage-Rang. St. Gallens Trainer Peter Zeidler sagte: «Es verdient ein Kompliment, wie Barnetta in jenem Moment die Ruhe behält. Er hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig er für uns ist.»

Wenig Ideen aus dem Mittelfeld

Das Tor des Ur-St. Gallers, der kurz zuvor mit einem platzierten Freistoss an Goalie Heinz Lindner gescheitert war, war die Geschichte des Abends. Denn lange hatte vieles darauf hingedeutet, dass die Begegnung dem tristen Wetter und den tiefen Temperaturen entsprechend 0:0 enden würde. Der eine Punkt hätte den Ostschweizern wenig geholfen, sie brauchten den Sieg ganz dringend, um für einen Moment durchatmen zu können.

Natürlich, es war im Letzigrund offensichtlich, dass die vergangenen Wochen bei den St.Gallern Spuren hinterlassen hatten. Es fiel ihnen einmal mehr schwer, sich mit Tempo und Gradlinigkeit in den Sechzehnmeterraum vorzuspielen. Aus dem Mittelfeld kamen zu wenig Ideen und zu wenig Impulse, um das Spiel früher zu entscheiden. Nur war St.Gallens Anlage an diesem Abend im Letzigrund auch ein wenig anders. Die Gäste rannten nicht an wie wild, vielmehr ging es ihnen darum, ihre Angriffe kontrolliert aufzubauen. So sollte es dem Gegner auch wieder einmal schwerer gemacht werden, zu Toren zu kommen. St.Gallen gelang es lange gut, die abstiegsbedrohten Grasshoppers zu kontrollieren.

«Zeidler: Wir können besser Fussball spielen»

Die Ostschweizer wirkten in den Zweikämpfen wieder bissiger. Zeidler sagte hinterher, ihm habe vor allem die Mentalität seiner Mannschaft gefallen. «Aber wir können besser Fussball spielen.» Nur ging es im Letzigrund vor nur 5400 Zuschauern – beinahe die Hälfte davon dürften Ostschweizer gewesen sein – gestern nicht um einen Schönheitspreis. Aber in Anbetracht der Ausgangslage verlief die Partie vor allem in der ersten Hälfte doch noch einigermassen unterhaltsam. Nach wenigen Sekunden hatte Vincent Sierro die Führung für die St. Galler auf dem Fuss. Aber die Grasshoppers mussten im Spiel der letzten Chance ebenfalls einiges investieren und fanden noch vor der Pause besser in die Partie.

Sattelfest agierten die Gäste in jener Phase nicht, sie bekundeten Glück, dass die Zürcher aus zwei Chancen wenig machten. Wie viel für die Gäste tatsächlich auf dem Spiel stand, zeigte sich an der für Zeidler untypischen Tatsache, dass er in der Schlussphase zwei Defensivakteure einwechselte. Nur erwiesen sich die Gastgeber als zu harmlos, um St. Gallen noch zu gefährden.

Die Zürcher dürften den ersten Abstieg seit 1949 nicht mehr abwenden. Ihr Rückstand auf den zweitletzten Rang beträgt vier Runden vor dem Saisonende neun Punkte. Das 0:1 gegen St.Gallen war ihre erste Niederlage nach sechs Unentschieden. Die Ostschweizer sind in dieser turbulenten Saison der Mittelfeldclubs natürlich auch noch nicht sicher vor der Barrage. «Wir haben noch gar nichts erreicht», so Zeidler.

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