Auch Verlierer froh um Klarheit – Zoller peilt Quarten an

Wahlverlierer Nach der Wahl ist vor der Wahl – dieser oft bemühte Spruch trifft heuer auf den abgewählten Stadtpräsidenten Erich Zoller (CVP) zu. Er kämpft bereits um ein anderes Präsidium, um jenes des Gemeinderats in Quarten.

Eva Pfirter
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Da lachte der Verlierer noch: Der abgewählte Stadtpräsident Erich Zoller mit Martin Stöckling (links) vor der Verkündigung der Wahlresultate im zweiten Wahlgang. (Bild: Moritz Hager (ZSZ))

Da lachte der Verlierer noch: Der abgewählte Stadtpräsident Erich Zoller mit Martin Stöckling (links) vor der Verkündigung der Wahlresultate im zweiten Wahlgang. (Bild: Moritz Hager (ZSZ))

Wahlverlierer Nach der Wahl ist vor der Wahl – dieser oft bemühte Spruch trifft heuer auf den abgewählten Stadtpräsidenten Erich Zoller (CVP) zu. Er kämpft bereits um ein anderes Präsidium, um jenes des Gemeinderats in Quarten. «Ja, ich steige bereits wieder in die Hosen», sagt der CVP-Politiker. Ein Komitee aus CVP und FDP habe ihn für den zweiten Wahlgang am 27. November angefragt. Es seien aber noch weitere Kandidaten im Rennen. «Das ist für mich ja nichts Neues, ich habe überall viele Gegenkandidaten», so Zoller schmunzelnd.

Der ehemalige Stadtpräsident wirkt nach dem Verkünden der Wahlresultate gelöst: «Jetzt herrscht endlich Klarheit.» Nicht nur die Erleichterung war ihm anzusehen, sondern auch die Genugtuung über das gar nicht so schlechte Resultat. Mit 1649 Stimmen lag Zoller immerhin an zweiter Stelle. Und: Er überflügelte Peter Göldi, den seine Partei für den zweiten Wahlgang zum offiziellen Kandidaten erkoren hatte. Göldi selber zeigt sich ernüchtert über den Ausgang der Wahl: «Wenn man zu einer Wahl antritt, möchte man gewinnen.» Es habe offenbar die Zeit gefehlt, die Wählerbasis zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang vom parteiinternen Kandidatenwechsel zu überzeugen. Ob die CVP zu spät in den Wahlkampf eingestiegen sei? Göldi zögert. Es sei «heikel und schwierig», wenn ein amtierender Stadtpräsident schlecht abschneide und man sich neu aufstellen müsse. Er selber hätte aber nie das Gefühl gehabt, «gegen» seinen Parteikollegen anzutreten.

Göldi bezeichnet Martin Stöcklings Wahlresultat als brillant. «Das ist eine sehr gute Voraussetzung, um Politik zu machen.» Der FDP-Politiker wisse mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung hinter sich. Auf Stöcklings Nähe zu den «Obersee-Nachrichten» von Bruno Hug angesprochen, sagt Göldi: «Die Herausforderung wird nun sein, sich klar von der Gratiszeitung abzugrenzen.»

Quarten nach Weesen, Sargans und Rapperswil «gute Option»

Weniger gross war die Enttäuschung bei Rahel Würmli (UGS): «Bei fünf Kandidaten konnte ich nicht davon ausgehen, gewählt zu werden.» Auch der parteilose Hubert Zeis war von seiner Nichtwahl kaum überrascht. Vielmehr hätten ihn das klare Resultat und die grosse Stimmbeteiligung von 54 Prozent erstaunt. «Ich denke, die Bürgerschaft von Rapperswil-Jona wünscht sich die guten alten Zeiten zurück – als noch klar war, wo es mit der Stadt hingeht.» Zoller wünscht sich nicht die alten Zeiten herbei, sondern in erster Linie «Ruhe für Rapperswil-Jona». Für ihn sei die hiesige Politik nun kein Thema mehr: «Ich halte es mit der alten Regel, dass sich ehemalige Behördenmitglieder nicht einmischen sollten.» Ist die Kandidatur in der Gemeinde am Walensee auch die willkommene Gelegenheit, Abstand zur Rosenstadt zu gewinnen? Zoller: «Wenn man in einer so schönen Stadt wohnen darf, braucht es schon eine gute Alternative.» Das sei Quarten aber definitiv, denn mit der Region sei er emotional verbunden: Die Flumserberge kennt er seit seiner Kindheit, die Region Walensee ist ihm von Berufs wegen vertraut: Von 2003 bis 2011 war er Gemeindepräsident von Sargans, 1997 bis 2003 stand er der Gemeinde Weesen vor. «Insofern wäre Quarten eine gute Option.»

Fünf Kandidaten bewerben sich ums Gemeindepräsidium Quarten: Der bisherige Roman Zogg (parteilos), der die Wiederwahl um 17 Stimmen verpasste, die SVP-Kandidaten Othmar Peter und Hermann Reiff, Claudia Landolt (parteilos) und nun Erich Zoller (CVP). Ähnlich wie in Rapperswil-Jona präsentiert sich der Wahlkampf auch in Quarten kompliziert bis chaotisch. Dass der fünfte vom überparteilichen Komitee von CVP und FDP portierte Kandidat Zoller heisst, steht erst seit gestern fest. Man stehe aber bereits seit längerer Zeit in Kontakt, sagt Adrian Kocherhans. Der Politiker ist Sprecher des Komitees und Präsident der CVP Quarten. «Wir waren es, die auf Zoller losgegangen sind. Erich Zoller hat seine Sache in Rapperswil-Jona nicht so schlecht gemacht.» Im Falle einer Wahl wäre der ehemalige Stadtpräsident von Rapperswil-Jona verpflichtet, innert Jahresfrist nach Quarten zu ziehen.

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