Auch in St. Gallen droht Streit der Milchbauern

Rund 140 Milchbauern im Thurgau haben vergangene Woche eine Betreibungsandrohung erhalten. Sie waren nicht bereit, ihre Beiträge zur Preisstützung überschüssiger Milch zu bezahlen. Ein ähnliches Szenario tut sich nun in St. Gallen auf.

Nina Rudnicki
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Vor allem marktorientierte Bauern fühlen sich zu Zwangsabgaben verpflichtet. (Bild: ky)

Vor allem marktorientierte Bauern fühlen sich zu Zwangsabgaben verpflichtet. (Bild: ky)

ST. GALLEN. Im Thurgau ist der Streit der Milchbauern bereits eskaliert. Dort droht der kantonale Milchverband, seine Mitglieder zu betreiben, weil sie ihre Beiträge zur Preisstützung überschüssiger Milch nicht zahlen (Ausgabe vom 18. Dezember). Ähnliches bahnt sich nun auch im Kanton St. Gallen an. «Wir werden die Angelegenheit im neuen Jahr ebenfalls in die Hand nehmen müssen», sagt Andreas Ritter, Geschäftsführer der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost. Der Genossenschaft mit Sitz in Gossau gehören 5500 Milchbauern aus verschiedenen Kantonen an. Fast 800 Mitglieder haben die Beiträge nicht bezahlt. Der grösste Teil von ihnen kommt laut Ritter aus dem Kanton St. Gallen. Er sagt: «Wir müssen jene Mitglieder, welche die Solidarität verweigern, statutengemäss behandeln. Das sind wir den Mitgliedern schuldig, die den Beitrag bezahlt haben.» Statutengemäss bedeutet, dass die sich weigernden Mitglieder entweder ausgeschlossen oder betrieben werden. «Im Frühling werden wir an der Vorstandsversammlung entscheiden, wie wir vorgehen werden», sagt er.

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