Auch in der Ostschweiz: Menschen mit seltenen Krankheiten erhalten neue Anlaufstellen

Ab diesem Sommer können sich Personen mit seltenen Krankheiten an sechs verschiedene Anlaufstellen in der Schweiz wenden. Auch die Ostschweiz erhält ein Zentrum. Die spezialisierten Einrichtungen sollen schnellere Diagnosen ermöglichen.

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Die Abklärung seltener Krankheiten bedeutet für die Betroffenen oft eine Belastung.

Die Abklärung seltener Krankheiten bedeutet für die Betroffenen oft eine Belastung.

Keystone

(agl/lex) Oft beinhaltet die Diagnose einer seltenen Krankheit eine Vielzahl von Abklärungen und Besuche bei unterschiedlichen Ärztinnen und Ärzten. Diese Odysseen seien für die Betroffenen belastend und könnten auch zu falschen Diagnosen führen, schreibt die Nationale Koordination Seltene Krankheiten (Kosek) am Mittwoch in einer Medienmitteilung. Deshalb wurden im vergangenen Jahr sechs interdisziplinäre Zentren für seltene Krankheiten aufgebaut und von der Kosek anerkannt. Die Zentren sollen die Zusammenarbeit verschiedener Kliniken, Fachinstitute und Spitäler koordinieren, aber auch Auskunftsstelle sein und sich an der Forschung beteiligen.

Die Zentren befinden sich in Zürich, Basel, Bern, Genf, Lausanne sowie in St.Gallen.

Schneller eine richtige Diagnose erhalten

Das Ostschweizer Zentrum für Seltene Krankheiten (ZSK-O) ist ein gemeinsames Angebot des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) und des Ostschweizer Kinderspitals (OKS), wie das St.Galler Kantonsspital in einer Mitteilung bekannt gibt.

Stefan Bilz, Leiter der Klinik für Endokrinologie, Osteologie, Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen am KSSG sagt: «Die Zentren für seltene Krankheiten sind ein wichtiger Schritt, der dazu beitragen soll, dass betroffene Patientinnen und Patienten schneller eine richtige Diagnose und die bestmögliche Behandlung erhalten.» Die im Zentrum etablierte Zusammenarbeit vieler verschiedener Spezialisten sei hierfür entscheidend.

Ähnlich sieht es Dagmar L’Allemand, Pädiatrische Endokrinologin am OKS: «Ein wichtiger Vorteil des Zentrums ist, dass Kinder und Jugendliche mit bislang nicht abschliessend diagnostizierten Erkrankungen multiprofessionell untersucht werden und die weitere umfassende Betreuung im krankheitsspezifischen Netzwerk organisiert wird.»

Die Anerkennung durch die Kosek bedeutet, dass die Zentren den Qualitätsanforderungen sowie den internationalen Anforderungen an spezialisierte Angebote für seltene Krankheiten entsprechen.