Glosse

Auch Heiden können Helden spielen

Mit seinem Rücktritt hat SVP-Nationalrat Toni Brunner dem jungen Bernecker Mike Egger den Weg nach Bern freigemacht. Nun hat sich Egger revanchiert und Brunner als Dankeschön ein Kalb in den Stall gestellt. Ohne jeden Hintergedanken.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger (Bild: Coralie Wenger)

Silvan Lüchinger (Bild: Coralie Wenger)

Die St.Galler SP ist in einer komfortablen Position. Ihr Ständeratssitz steht am 10. März nicht zur Diskussion. Die Partei gibt daher auch keine konkrete Wahlempfehlung ab. Ganz kann sie es aber doch nicht lassen. Für den grünen Kandidaten Patrick Ziltener gebe es «grosse Sympathien», heisst es aus der Zentrale. Teile der Basis könnten sich auch für FDP-Frau Susanne Vincenz-Stauffacher erwärmen, und CVP-Bewerber Beni Würth werde dort ebenfalls eine «gewisse Unterstützung» erfahren. Getreu dem Motto «Wer jetzt viele streichelt, wird im Herbst vielleicht nicht von allen verhauen».

Das Klimakollektiv Ostschweiz ist eine überparteiliche, areligiöse und nicht ferngesteuerte Kampforganisation für den Erhalt der klimatischen Vielfalt. Es verteidigt Hochdruckzonen ebenso überzeugt wie Gewitterzellen, Inversionslagen und aufkommenden Föhn. Für gestern hatte das Kollektiv zu einer weiteren Kundgebung aufgerufen. Nach der Demo konnten sich die Teilnehmenden in gut geheizten Kanti-Schulzimmern aufwärmen.

Max Simonischek, Darsteller von Zwingli im gleichnamigen Film, ist nach eigenem Bekunden nicht sehr bibelfest. Weniger noch: Dem «Migros-Magazin» hat der Schauspieler anvertraut, er sei nicht einmal getauft. Da spielt also ein Heide einen Helden. Was wohl der Reformator dazu sagen würde? Vielleicht das, was er am Ende der ersten Zürcher Disputation seinen Zuhörern ans Herz legte: «Tuond umb Gotzwillen etwas Dapfers!»

Für Wahl- und Veranstaltungsplakate, die grösser als zwei Quadratmeter sind, braucht es im Kanton St.Gallen künftig eine Baubewilligung. Und bevor diese erteilt wird, natürlich ein Baugesuch. Erfahrungsgemäss kann das dauern. Wer für die falsche Partei kandidiert, muss damit rechnen, dass bei Eintreffen der Baubewilligung die Wahlen schon vorbei sind.

Matthias Begemann, Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Thurgau, wurde freigestellt. Vorangegangen waren Konflikte in der Hochschulleitung. Wer und was sie ausgelöst hat, bleibt Spekulation. Tatsache ist: Begemann ist weg, erhält aber noch 27 Monate seinen Lohn. Dies in Anerkennung seines langjährigen Engagements in der Lehrerausbildung. Steuerzahler fragen sich nun: Wie lange muss man im Thurgau arbeiten, bis man länger Lohn erhält als man gearbeitet hat?

Die Industrie- und Handelskammer hat die bürgerlichen Bewerber für den freien
St.Galler Ständeratssitz auf
ihre Eignung abgeklopft. Obwohl auch Susanne Vincenz-Stauffacher eine gute Falle gemacht habe, empfiehlt die IHK auf Grund seines politischen Gewichts in Bern den kantonalen Finanzchef Beni Würth zur Wahl. Die IHK legt dabei Wert auf die Feststellung, dass beim Entscheid allein das politische Gewicht eine Rolle gespielt habe.

Spesenskandal an der HSG: Universität reicht Strafanzeige gegen Professor ein

Paukenschlag in der HSG-Spesenaffäre: Der Universitätsrat hat Strafanzeige gegen den deutschen Rechtsprofessor Peter Sester eingereicht. Der Brasilien-Experte wird zudem mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Zudem trifft die HSG Vorkehrungen, damit sich solche und ähnlich gelagerte Fälle möglichst nicht mehr wiederholen können.