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Der Bund gibt im Toggenburger Bergbahnen-Streit auf

Das Staatssekretariat für Wirtschaft stoppt seinen Vermittlungsversuch im Streit zwischen den Toggenburger Bergbahnen. Die Positionen der Unternehmen lägen zu weit auseinander. Für den St.Galler Volkswirtschaftschef ist das ein schlechtes Zeichen.
Andri Rostetter
Streit um gemeinsame Tickets: Luftseilbahn auf den Chäserrugg. (Bild: Ralph Ribi)

Streit um gemeinsame Tickets: Luftseilbahn auf den Chäserrugg. (Bild: Ralph Ribi)

Auch dem Bund ist es nicht gelungen, den Streit zwischen den Toggenburger Bergbahnen zu schlichten. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gestern mitteilte, zieht es sich aus den Verhandlungen zurück. «Die Vermittlungsbemühungen des Seco via externer Expertise ergeben nur dann Sinn, wenn sich die beiden Bergbahnunternehmen substanziell aufeinander zu bewegen. Dies konnten wir leider nicht erkennen», sagt Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung im Seco, auf Anfrage.

Das Staatssekretariat hatte den Vermittlungsversuch im Mai gestartet. Man wolle die «Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit im Toggenburg» ausloten, hiess es damals. Unter anderem wollte das Seco den Verteilschlüssel für die Einnahmen aus dem gemeinsamen Ticket festlegen. Das Ticket ist einer der Streitpunkte zwischen den beiden Bergbahnen. Ein weiterer ist das Übernahmeangebot der Toggenburg Bergbahnen für die Bergbahnen Wildhaus.

Seco: Probleme auf der personellen Ebene

«Wir hatten den Konflikt schon länger verfolgt», sagt Eric Jakob. «Wir gingen davon, es lohne sich in dieser Situation noch einen Vermittlungsversuch zu lancieren, vor allem auch für die Tourismusregion Toggenburg. Wir mussten aber sehr schnell feststellen, dass die Positionen weit auseinander liegen.»

Jakob schliesst nicht aus, dass sich der Bund noch einmal in den Streit einschalten könnte. «Wenn sich im Toggenburg etwas bewegt, wäre das Seco bereit, seine Dienste wieder anzubieten.» Grosse Hoffnung hege er aber nicht. «Ich habe den Eindruck, dass es auf der personellen Ebene zwischen diesen beiden Bahnen nicht mehr funktioniert.»

Der St.Galler Volkswirtschaftschef Bruno Damann bedauert den Entscheid des Seco. «Wir hätten uns gefreut, wenn die Vermittlung gelungen wäre», sagt der Regierungsrat. Mit dem Rückzug des Bundes als Vermittler werde die Lage noch schwieriger. Er sei deshalb nicht sehr optimistisch, was die Zukunft der beiden Bergbahnen angehe. «Ich hoffe, dass im Toggenburg irgendwann die Vernunft einkehrt. Langfristig endet das sonst in einer Katastrophe.»

Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht

Mit dem Rückzug des Seco könnte an einer anderen Front wieder Bewegung in den Bergbahnen-Streit kommen. Am Bundesverwaltungsgericht ist nach wie vor eine Beschwerde der Bergbahnen Wildhaus gegen den Kanton hängig. Die Wildhauser wollen ihr Skigebiet ausbauen und hoffen dabei auf Geld aus der Neuen Regionalpolitik, das von Bund und Kanton finanziert wird.

Der Kanton macht die Auszahlung der fünf Millionen Franken abhängig von einer Beilegung des Streits zwischen den Bergbahnen. Dagegen legten die Wildhauser Beschwerde ein. Das Bundesverwaltungsgericht sistierte die Beschwerde mit Verweis auf die laufenden Vermittlungsversuche des Bundes. Nachdem diese nun gescheitert sind, dürfte das Gericht die Sistierung aufheben.

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