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Asylsuchende ziehen in den «Sonneblick»

Der «Sonneblick» in Walzenhausen hat als Zufluchtsort für Flüchtlinge Tradition. Ab 2017 soll er für mindestens zehn Jahre zum Asyl-Durchgangszentrums des Kantons Appenzell Ausserrhoden werden. Die Stiftung mit sozialer Zielsetzung bleibt bestehen.
Patrik Kobler
Der «Sonneblick»: Das Haus rechts haben einst Flüchtlinge erstellt. (Bild: pd)

Der «Sonneblick»: Das Haus rechts haben einst Flüchtlinge erstellt. (Bild: pd)

WALZENHAUSEN. Gestern lüftete der Ausserrhoder Landammann Matthias Weishaupt an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz ein gut gehütetes Geheimnis: Der «Sonneblick» Walzenhausen wird zum Asyl-Durchgangszentrum. Ein Jahr lang hat der Kanton nach einer zusätzlichen Unterkunft gesucht. Denn die «Landegg», das gemeinsame Zentrum der Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden, ist zu klein. Die Aufenthaltszeit der Asylsuchenden beträgt aktuell ein bis eineinhalb Monate, vorgesehen wären vier bis sechs Monate. Handlungsbedarf zeigen auch die Prognosen des Staatssekretariats für Migration auf: Es rechnet für 2016 mit rund 40 000 neuen Asylgesuchen; Ausserrhoden würden dann etwa 320 Personen zugewiesen. Am neuen Ort findet der Kanton gemäss Weishaupt ideale Bedingungen vor. Der «Sonneblick» umfasst zwei Gebäude, in denen bis zu 120 Menschen untergebracht werden können.

Schon zweimal Zufluchtsort

Eigentümerin des «Sonneblicks» ist eine Stiftung. Sie betreibt die beiden Gebäude bis anhin als Gasthäuser mit sozialer Zielsetzung. Ein Schwerpunkt sind seit über 60 Jahren Erholungsaufenthalte für Menschen mit einer Behinderung mit ihren Betreuungspersonen. Seit 1933, als der Ortspfarrer Paul Vogt den «Sonneblick» für Arbeitslosenkurse gründete, gab es, entsprechend den aktuellen sozialen Herausforderungen, immer wieder Änderungen der Ausrichtung. Wie Stiftungsratspräsident Fredi Züst an der Medienkonferenz ausführte, fanden während des Zweiten Weltkrieges und nach dem Ungarnaufstand von 1956 Flüchtlinge im «Sonneblick» Zuflucht. Paul Vogt wirkte während des Zweiten Weltkriegs als schweizerischer Flüchtlingspfarrer.

Am vergangenen Samstag fällte der 15köpfige Stiftungsrat einstimmig den Grundsatzentscheid. Züst: «Der Entschluss fiel uns nicht leicht. Es galt, den Bedürfnissen und Erwartungen der Gäste mit zuletzt jährlich 4000 bis 5000 Übernachtungen Rechnung zu tragen.» Bis Ende Jahr steht der «Sonneblick» den Gästen noch zur Verfügung. Dann ziehen die Asylsuchenden ein. Die Stiftung Sonneblick mit Geschäftsleiter Adrian Keller bleibt bestehen und möchte über ihren Status als Vermieterin hinaus weiterhin sinnvoll tätig sein – etwa im Bereich Integration.

Bevölkerung informieren

Nachdem sowohl der Stiftungsrat als auch die Regierung den Grundsatzentscheid gefällt haben, starten nun die Detailverhandlungen. In den Prozess einbezogen wird auch die Gemeinde Walzenhausen. Geplant ist eine Mietdauer von zehn Jahren. Matthias Weishaupt geht von wenig Investitionsbedarf aus. Die Finanzierung erfolgt vorwiegend über Bundesbeiträge. Für die Betriebsführung gibt es zwei Szenarien: Einerseits in Regie durch das Amt für Soziales, andererseits in Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen. Wenn die Details geklärt sind, will der Kanton im Herbst in Walzenhausen eine öffentliche Orientierung durchführen. Weishaupt rechnet nicht mit Widerstand.

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