Asylsuchende werden in St.Gallen nur noch in kantonalen Zentren betreut

Der Kanton St. Gallen hat sich während mehr als einem Jahr auf eine Neustrukturierung im Asylbereich vorbereitet. Am Dienstag wurden die wichtigsten Änderungen präsentiert. Erwachsene Asylsuchende werden in Zukunft ausschliesslich in kantonalen Zentren betreut.

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Auch die Nothilfe, das heisst die Sicherstellung der Grundbedürfnisse für Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, wurde neu organisiert. (Bild: Urs Bucher)

Auch die Nothilfe, das heisst die Sicherstellung der Grundbedürfnisse für Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, wurde neu organisiert. (Bild: Urs Bucher)

(sda) Grundlage ist die Anfang März in Kraft getretene Asylgesetzesrevision des Bundes. Ein Grossteil der Asylverfahren soll künftig beschleunigt - innert 140 Tagen - entschieden werden. In der Ostschweiz ist dafür das Bundesasylzentrum in Altstätten SG zuständig.

Ziel sei ein rasches und rechtsstaatlich korrekt geführtes Asylverfahren, sagte der St. Galler Regierungsrat Fredy Fässler am Dienstag im Asylbewerberzentrum Bergruh in Amden.

Im Unterschied zu heute werden nur noch etwa 40 Prozent aller Asylsuchenden auf die Kantone verteilt. So werden erwachsene Asylsuchende in Zukunft ausschliesslich in kantonalen Zentren betreut, während Personen mit einem Bleiberecht in die Obhut der Gemeinden übergehen.

In Zentren mit Integrationscharakter sollen die Asylsuchenden auf einen Aufenthalt in der Schweiz vorbereitet werden, erklärte Jürg Eberle, Leiter des St. Galler Migrationsamtes. Erwachsene würden intensiv auf das Erlernen der deutschen Sprache unterrichtet und mit einem Kurs auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.

Ausreisezentrum in Vilters

Auch die Nothilfe, das heisst die Sicherstellung der Grundbedürfnisse für Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, wurde neu organisiert. Die abgewiesenen Asylsuchenden werden künftig im Zentrum Sonnenberg in Vilters untergebracht. Das Ausreise- und Nothilfezentrum bietet Platz für bis zu 150 Nothilfeempfänger.

Der Schwerpunkt liege auf der Vorbereitung auf eine möglichst rasche Rückkehr ins Heimatland. Es wird nur noch Nothilfe gewährt. Die Betreuung wird auf ein absolutes Minimum reduziert.

Das Bildungsdepartement stelle in Zukunft sicher, dass der Auftrag zur Beschulung von Kindern im Asylbereich in den Einrichtungen des Bundes, des Kantons und der Gemeinden erfüllt werde, hiess es weiter. Für schulpflichtige Kinder soll in Vilters eine interne Schule betrieben werden.

Die Kantone Appenzell Ausserrhoden sowie Innerrhoden, Glarus, St. Gallen, Graubünden, Schaffhausen und Thurgau bilden ab dem 1. März die neue Asylregion. Sie ist Teil von insgesamt sechs Asylregionen, die im Zusammenhang mit der Neustrukturierung schweizweit entstanden sind.