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ARTENVIELFALT: Raubfische fressen den Fälensee leer

Im Fälensee im Alpstein wurden kanadische Seesaiblinge ausgesetzt. Statt den Fischbestand zu vergrössern, bewirken sie das Gegenteil. Jetzt schreitet der Kanton ein.
Stephanie Wilmes
Im Fälensee im Alpstein schwimmt seit 40 Jahren der kandaische Seesaibling. Das soll sich nun ändern.

Im Fälensee im Alpstein schwimmt seit 40 Jahren der kandaische Seesaibling. Das soll sich nun ändern.

Seit rund 40 Jahren schwimmt der kanadische Seesaibling im Fälensee im Alpstein. Der Kanton Appenzell Innerrhoden hat diese Art damals ausgesetzt, um den Fischbestand zu vergrössern. Heute ist klar: Das Gegenteil ist der Fall. Immer wieder gab es in den vergangenen Jahrzehnten hohe Schwankungen im Fangertrag und die Tendenz zeigt Richtung Abnahme. Wurden 1991 noch 1488 Fische gefangen, waren es 2012 nur noch 26. Inzwischen liegt der Fangertrag konstant bei 100 Fischen pro Jahr. Der Grund dafür dürfte sein, dass seit 2008 kein Seesaibling im Fälensee mehr ausgesetzt wird. «Ein kanadischer Seesaibling kann eine Länge von bis zu 90 Zentimetern erreichen», sagt Ruedi Ulmann vom Bau- und Umweltdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden. «Und jährlich frisst er sieben bis acht Kilogramm Fisch. Dies hat einen Einfluss auf den Bestand der kleineren Fische.»

Andere Einflüsse, wie Wetter oder Verschmutzung durch Menschenhand, schliesst Ulmann aus. Im Gegenteil: «In einer Seeuntersuchung wurde festgestellt, dass sich die Wasserqualität der drei Bergseen im Alpstein seit den 1990er Jahren markant verbessert hat.» Die nicht heimischen Fische haben demzufolge keinen Einfluss auf das Ökosystem des Fälensees.

Vollmond-Fischen und Fangnetz

Der Kanton versucht nun, den nordamerikanischen Raubfisch los zu werden, wie das «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF berichtet. Dafür müssen die Verantwortlichen zunächst herausfinden, wie viele Seesaiblinge sich im Gewässer befinden. Dies geschieht mittels eines Echolots. Um den Bestand der Fischart zu verringern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eisfischen wäre eine. Doch darin sieht Ulmann zu viele Gefahren: «Im Winter kann es im Taleinschnitt zu Lawinen oder Steinschlägen kommen, das ist einfach zu gefährlich.» Zusätzlich hätte das Gebiet durch den Wintertourismus keine Möglichkeit mehr, sich zu regenerieren. Die geeignetere Alternative sieht er darin, ein Vollmond-Fischen anzubieten: der kanadische Seesaibling ist nachtaktiv und somit ein leichter Fang. Spätestens im Herbst soll es gemäss Ulmann soweit sein. Gefischt wird dann mit einem grobmaschigen Netz, in das keine kleinen Fische gehen.

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