Armes Rolls-Royce-Museum

Zugegeben: Unser Titel ist zugespitzt. Aber nur ein bisschen. Der E- Mail-Titel der Pressemitteilung aus Dornbirn lautete: «Grösstes Rolls-Royce-Museum der Welt sucht Unterstützung».

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Das Rolls-Royce-Museum in Dornbirn: Blick in die «Hall Of Fame», wie sie die Betreiber nennen. (Bild: pd)

Das Rolls-Royce-Museum in Dornbirn: Blick in die «Hall Of Fame», wie sie die Betreiber nennen. (Bild: pd)

Zugegeben: Unser Titel ist zugespitzt. Aber nur ein bisschen. Der E- Mail-Titel der Pressemitteilung aus Dornbirn lautete: «Grösstes Rolls-Royce-Museum der Welt sucht Unterstützung».

Das erstaunt doch eher. Ein weltweit exklusiver Ausstellungsraum für Luxuskarossen, der zu wenig Geld hat? Tatsächlich ist es Johannes Vonier, einem von drei Söhnen von Museumsgründer Franz Vonier, ernst mit seinem Aufruf an die Öffentlichkeit. Das bald zwanzigjährige Vorarlberger Museum sei eine «Vorzeige-Erfolgsgeschichte», schreibt er und nennt einige Gründe: «ein spannendes Thema, eine faszinierende Ausstellung, die Belebung eines historischen Areals, ein ganzjähriges kulturelles Angebot, erfreuliche Besucherfrequenzen, internationale Anerkennung.» Dornbirn profitiere von 20 000 zusätzlichen Gästen pro Jahr. «Opa und Oma kommen mit den Enkeln und erzählen von der Zeit, in der das Auto auf Vorarlbergs Strassen noch eine Seltenheit war.»

Nun müsse man sich aber fragen, ob die über Jahrzehnte aufgebaute Erfolgsstory «auch geschätzt» werde, meint Vonier. Der Grund ist die im Dornbirner Budget seit Jahren umstrittene Mietsubvention der Stadt von jährlich 130 000 Euro. Das «einmalige Generationenprojekt» werde «von einigen Lagern ohne sachliche Argumente als Spielball der Politik missbraucht», beklagen die Rolls-Royce-Leute.

Nun wollen wir von ennet dem Rhein nicht darüber urteilen, ob die Subventionskritiker aus FPÖ, SPÖ und Grünen recht haben. Und warum nur die ÖVP stets generös mitrollte. Aber eine simple Frage brennt uns doch auf der Zunge: Warum verkauft das Museum nicht einfach einen seiner Rolls? Also das Doppelte oder gar Dreifache des Geldbetrags aus der öffentlichen Hand müsste da doch drinliegen. Sollte dies ein wenig weh tun, muss man in diesem Fall wahrlich von einem Luxusproblem sprechen. Sorry. (mel)

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