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Arboner Schrottärgernis

Eine Spurensuche mit Schnittwunden
Max Eichenberger

Die Gegend, wo die Aach in Arbon die St. Gallerstrasse unterquert, hat Vorstadtcharakter. Wildpark heisst sie. Der gleichnamigen Quartierbeiz neben der Bushaltestelle sind die Gäste zusehends ferngeblieben oder weggestorben. Vor längerer Zeit schon hat das Restaurant dichtgemacht. Das Haus ist in der Zwischenzeit renoviert worden. Es liegt noch eine Baukiste mit Brettern herum. Auf einem Sims steht eine zerdrückte Red-Bull-Dose, eine Marlboro-Box. Hinter dem Haus, in der Gartenwirtschaft, wo einst gegrillt wurde, soll ein Bauprojekt realisiert werden. Momentan ist es noch ein grosser Kiesplatz. Der Parkplatz zur Bodmerallee hin ist meist gähnend leer, seit das Restaurant geschlossen ist.

Ein idealer Ort also, ein ausgefahrenes Auto zu entsorgen. Das dachte sich wohl der Halter des grünen VW Golf GTI, der dort seit mehreren Monaten sozusagen auf der Schrotthalde steht. Sehr zum Ärger des Grundeigentümers. Und auch in der Nachbarschaft löst der Blickfang nicht eben Begeisterung aus. Im gegenüberliegenden Wäldli wurden auch schon Velos «französisch» entsorgt – oder gar in den Weiher versenkt. Der GTI jedenfalls ist ein Ärgernis. Der Besitzer der Parzelle, auf der das Auto auf Nimmerwiedersehen deponiert wurde, wäre letztlich für die Entsorgung des schrottreifen Findlingswagens verantwortlich – wenn denn der Halter nicht gefunden werden kann. Ihn ausfindig zu machen, ist für einen Privaten relativ schwierig. «Das Auto steht auf einem Privatgrundstück. Insofern ist dessen Eigentümer grundsätzlich verantwortlich», sagt Daniel Meili vom Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau.

Altpapier – und ein Wartungsdokument

Weil beim Fahrzeug aber die Scheiben eingeschlagen worden sind und somit Sachbeschädigung vorliegt, hat sich die Polizei eingeschaltet, um den Autobesitzer ausfindig zu machen. Das Autoinnere ist mit Hunderten Glassplittern übersät. Auf der Hinterbank liegen durchnässte aufgequollene Seiten von Gratiszeitungen aus dem Raum Fürstenland, Büchsen, Plastik, Abfall.

Und da: unter den Glasscherben (Hansaplast zum Glück dabei) findet sich versteckt ein zerknülltes Papier; ein Abgaswartungsdokument mit dem Stempel der Garage, welche die letzte Messung vorgenommen hat. Die Garage gibt es auf Nachforschung hin allerdings nicht mehr. Hingegen führt der angeheftete Beleg auf eine Spur: Darauf ist die noch lesbare Seriennummer ersichtlich. Und sogar das amtliche ZH-Autokennzeichen ist aufgeführt.

Die Frage, ob die Frau aus der Nähe von Winterthur die letzte Halterin des Autos ist, bleibt vorerst unbeantwortet. Sie konnte in der Gemeinde weder eruiert noch über Kontaktdaten erreicht werden. Bei der Frage nach einem möglichen zwischenzeitlich erfolgten Halterwechsel kann das Zürcher Strassenverkehrsamt am Telefon nicht weiterhelfen. Da hat es die Polizei kraft ihrer Funktion leichter, an die Informationen zu kommen. Und so kann Mediensprecher Meili jetzt vermelden: «Wir wissen unterdessen, wer der letzte Halter des Autos ist. Wir sind nun daran, diese Person zu kontaktieren. Wie es weitergeht, entscheidet sich, sobald dieser Kontakt stattgefunden hat und wir mehr wissen.» Da könnte der Landeigentümer bald aufatmen – und den fremden Schrott, ohne Kostenfolgen für ihn, loswerden.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

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