Trockenheit
Wegen des Niedrigwassers am Bodensee werden Schiffsbesitzer zu Nomaden

Rund um den Bodensee müssen Segler ihre Schiffe wegen des niedrigen Wasserstandes in den Häfen auswassern. Sie versuchen ihr Glück in Arbon, Romanshorn und an anderen Orten.

Noëlle Graf
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Der Hafen in Arbon wird zur Zuflucht für Segler von auswärts.

Der Hafen in Arbon wird zur Zuflucht für Segler von auswärts.

Bild: Manuel Nagel

Eine Tragödie für viele Bootsbesitzer, die ihr Boot im Bodensee liegen haben: Sie müssen ihr Schiff vor Ende der Saison ans Trockene holen. «Man könnte jetzt so viele schöne Stunden auf dem See geniessen, doch es wird knapp», sagt der Arboner Hafenmeister Timo Mösli. Kaum Schmelzwasser vom Winter, wenig Regen und die anhaltende Hitze sind verantwortlich für den aktuell sehr niedrigen Wasserpegel im Bodensee. Bootsbesitzer versuchen nun, ihre Wasserfahrzeuge in tiefere Häfen zu verlegen.

Anrufe von enttäuschten Bootsbesitzern, die mit ihrem Boot in seinem Hafen anlegen wollen, erhält Mösli täglich. «Die Anfragen kommen aus Staad und aus der Luxburg in Egnach», sagt Mösli. In Egnach ist die Lage besonders prekär. 18 der 30 Schiffe mussten ausgewassert werden.

Im Hafen in der Luxburg ist die Lage besonders prekär.

Im Hafen in der Luxburg ist die Lage besonders prekär.

Bild: Markus Schoch

Die auswärtigen Anrufer muss Mösli vertrösten. «Ich kann ihnen nur anbieten, als Gast zu kommen.» Denn: Die 650 vermieteten Bootsliegeplätze in Arbon sind alle besetzt. Höchstens einer der zusätzlichen 20 bis 30 Gästeplätze kann Mösli vergeben.

Der Arboner Hafenmeister, Timo Mösli.

Der Arboner Hafenmeister, Timo Mösli.

Bild: Michel Canonica
«Einige Bootsbesitzer segeln momentan als Gäste von Hafen zu Hafen, um die Saison doch noch auszunutzen.»

Am meisten muss in niedrigen Häfen ausgewassert werden. Arbon gehört nicht dazu. Der Hafen ist tief und der Wasserpegel beträgt an allen Stellen noch zwei Meter. «Hier in Arbon sind wir gesegnet», sagt Mösli dazu.

In Romanshorn zeigt sich dasselbe Bild: Die Hafenmeister vom Inseli- und Bootshafen erreichen pro Tag mehrere Anfragen von Auswärtigen, die ihr Boot gerne in Romanshorn einwassern würden. Aus Kapazitätsgründen könne die Stadt Romanshorn jedoch nicht Hand bieten, sagt Rolf Müller von der Kommunikationsstelle.