Im zweiten Wahlgang für den Romanshorner Stadtratssitz schneidet Celina Hug (glp) am besten ab. Auf sie folgt die 24-jährige Nadja Bolliger (FDP). Beide sind sich einig: Es sei toll, dass die Romanshorner Bevölkerung ihre Stimme einer jungen Frau geben wolle.
Die Freude ist gross. «Unglaublich, ich muss es erst sacken lassen», sagt Celina Hug auf Anfrage, welche die Wahl für den vakanten Romanshorner Stadtratssitz für sich entscheiden konnte. Jetzt wolle sie erst einmal feiern, anstossen und allen Danke sagen, die sie unterstützt hätten. Ganz so viel Zeit bleibt der 25-Jährigen hierzu aber nicht: Da ihre Vorgängerin Tamara Wiedermann (Mitte) krankheitshalber zurücktreten musste, ist Hug per sofort im Amt. «Ich werde mich gleich einarbeiten und die Leute kennen lernen», sagt die glp-Politikerin. Und: «Ich will auf dem positiven Weg bleiben, den Wiedermann eingeschlagen hat, und diesen weitergehen.»
Von insgesamt 1950 Stimmen holte Hug im zweiten Wahlgang 773 und erreichte damit das relative Mehr. Fast gleich viele Stimmen konnte Nadja Bolliger (FDP) für sich entscheiden – sie machte 675. Hug:
«Es ist grandios für die Stadt Romanshorn, dass auch sie ein so gutes Resultat gemacht hat.»
Bolliger freut sich indes ebenfalls. Die 24-Jährige sagt auf Nachfrage:
«Ich mag es Celina Hug von Herzen gönnen, dass sie die Wahl für sich entscheiden konnte.»
Es sei erfreulich, dass eine junge Frau in den Stadtrat gewählt worden sei. «Damit hat die Bevölkerung ein Zeichen gesetzt.»
André Vrecer (parteilos) landete mit 351 Stimmen auf dem dritten Platz. Der 53-Jährige sagt:
«Ich akzeptiere es so, wie es ist.»
Celina Hug habe er denn schon gratuliert. Wie auch beim ersten Wahlgang bemängelt er die geringe Stimmbeteiligung von 36,1 Prozent.
Auf Vrecer folgten Jörg Bruckner mit 48 und Raphael von Büren (beide ebenfalls parteilos) mit 23 Stimmen. Vereinzelte holten achtzig Stimmen.
Die Ersatzwahl für den Rest der Legislatur 2019 bis 2023 war nötig, weil alt Stadträtin Tamara Wiedermann an Long Covid erkrankt ist. Wie sie gegenüber dieser Zeitung sagte, hat sie sogar Mühe zu atmen, wenn sie im Keller Spaghetti holen geht. Wiedermann betraute das Ressort Freizeit und Sport. Die Ressorts sind allerdings noch nicht verteilt.