Zwetschgen mit Oliven garniert

Die runde Platte mit verschiedensten Zutaten in der Mitte des gedeckten Tisches lässt Überraschungen ahnen. Gespannt sind die Teilnehmer von «Geschmacksliebeleien», eines der diversen Business-Seminare, welche die Klubschule anbietet.

Cornelia Tobler
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Degustieren und notieren: Die unerwarteten Kombinationen überraschen die Teilnehmer des Geschmacks-Seminars. (Bild: Cornelia Tobler)

Degustieren und notieren: Die unerwarteten Kombinationen überraschen die Teilnehmer des Geschmacks-Seminars. (Bild: Cornelia Tobler)

Referent Andreas Fischer erläutert vor dem Experiment-degustieren erst die ernährungswissenschaftlichen Hintergründe und informiert über wichtige Grundsätze für einen differenzierten Umgang mit Geschmacksmerkmalen.

«Es ist wichtig, dass ihr die Geschmäcke ganz bewusst im Gaumen vermischt», erklärt er, während er die erste, bereits aussergewöhnliche, Geschmackskombination vorschlägt; ein Pfefferminzblatt, eine Cherry-Tomate und eine reife Zwetschge.

Die einen schauen noch ein bisschen misstrauisch in die Runde, während andere voller Neugier degustieren. So schlägt Andreas Fischer mehr und mehr gewagte und unerwartete Geschmackskombinationen vor und überrascht die Gaumen der Teilnehmer ein übers andere Mal. «Das ist wirklich mal ein spezielles und spannendes Mittagessen», meint Sandra Nater, eine der Teilnehmerinnen.

Verkehrte Welt?

Mit ernährungswissenschaftlichen Hintergründen widerlegt Andreas Fischer herkömmlich Praktiziertes. So zum Beispiel sei es geschmacklich falsch, Rotwein zu rotem Fleisch zu trinken und Weisswein zu Fisch. Umgekehrt würde die Kombination von Speis und Trank viel eher harmonieren, unter anderem wegen des hohen Gerbstoffgehalts des Rotweins und des roten Fleischs. «Wir konsumieren bereits zu viel Gerbstoffe.»

Gesellschaftliche Hintergründe

Beim Probieren und Vergleichen wurde leise geflüstert. Schliesslich mussten die meisten jedoch zugestehen, dass der Gaumen ihrem Referenten Recht gab. «Aber dann machen wir ja alles falsch?», wandte ein Teilnehmer ein. Verbreitete Angewohnheiten hätten einen gesellschaftlich-sozialen Hintergrund, die jedoch geschmackstechnisch nicht immer optimal seien.

Raffinierte Kombinationen

Weiter auf der Experiment-Liste standen Zwetschge und Olive, mit einem Schluck Prosecco, Salami und Fenchel und die, bei den Teilnehmern sehr beliebte, Dattel/Wasabi-Kombination. «Zweierkombinationen sind raffiniert und am einfachsten zum Vergleichen. Dreier- und Viererkombinationen sind schwer und gehen oft daneben.»

Die Kunst zu kombinieren

«Die Kunst ist nicht, sein Essen mit Gewürzen aufzupeppen, sondern schlicht und einfach richtig zu kombinieren», bemerkt Lea Flückiger überrascht. Und so wurden am Ende des Kurses mit Enthusiasmus neue aussergewöhnliche Kombinationen gesucht und ausprobiert.