Zweites Leben für das Lagerhaus

Das Massivlagerhaus am Romanshorner Hafen hat einen neuen Besitzer. Es ist die PES Innovation AG mit Sitz in Herisau. Deren Geschäftsführer Peter Schnückel will das ehemalige Kornhaus einer gemischten Nutzung zuführen.

Markus Schoch
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Zusätzliche Stützen sorgen für die nötige Stabilität: Der neue Mehrheitsbesitzer Peter Schnückel und Sprecher Sven Bradke beim Rundgang durchs ehemalige Lagerhaus der SBB. (Bild: Reto Martin)

Zusätzliche Stützen sorgen für die nötige Stabilität: Der neue Mehrheitsbesitzer Peter Schnückel und Sprecher Sven Bradke beim Rundgang durchs ehemalige Lagerhaus der SBB. (Bild: Reto Martin)

ROMANSHORN. Es ist riesig, es steht seit vielen Jahren weitgehend leer, und es ist sanierungsbedürftig. Das ehemalige Lagerhaus der SBB direkt am Hafen ist eine Projektionsfläche für die Phantasien vieler Romanshorner.

Peter Schnückel aus Kreuzlingen ist ab 2006 fast jedes Wochenende vor dem Gebäude gestanden und hat sich ebenfalls Gedanken über eine mögliche Nutzung gemacht, als er jeweils seine Partnerin von der Fähre abholte. Seine Ideen will er nun Wirklichkeit werden lassen. Zusammen mit namentlich noch nicht bekannten Investoren aus der Ostschweiz und Sven Bradke als Sprecher hat der Unternehmer über seine Firma PES Innovation AG mit Sitz in Herisau kürzlich das ehemalige Kornhaus beziehungsweise die Besitzerfirma RP Massivlagerhaus AG gekauft. «Die Lage ist einmalig», sagt Schnückel.

Preis nicht besser geworden

Erste Verhandlungen mit den öffentlichkeitsscheuen bisherigen Eigentümern um den in England lebenden Schweizer Walter F. Meyer liefen bereits 2013, sie scheiterten aber aus finanziellen Gründen. «Der Preis ist nicht besser geworden, aber wir müssen vorwärts schauen und nicht zurück», sagt Schnückel. Wie viel er für die Liegenschaft gezahlt hat, will der Mehrheitseigner nicht sagen. Sie stand 2011 für 8,75 Millionen zum Verkauf.

Vieles ist noch unklar, da die Planung erst angelaufen ist. «Im Vordergrund steht für uns aber eine lebendige, der Zone angepasste Mischnutzung», sagt Schnückel. Denkbar sind Restaurants, Läden und öffentlich zugängliche Räume im Erdgeschoss sowie – entsprechend einem früheren Projekt mit Baubewilligung eines anderen Investors – unterschiedlich grosse Wohnungen und Lofts in den beiden oberen Geschossen.

Kanton muss sich beeilen

Denkbar ist für Schnückel und seine Partner auch, dass das Historische Museum des Kantons wie angedacht einen Teil der Fläche belegt. Die entsprechenden Abklärungen laufen seit bald zwei Jahren. «Wir sind in den nächsten Wochen für konkrete Gespräche sowie für allfällige Planungen offen», sagt Schnückel. Doch seine Geduld ist nicht grenzenlos. «Wir warten sicher nicht drei Jahre.»

Die neuen Besitzer wollen jetzt zügig vorwärts machen und möglichst bald mit der Detail-Bauplanung beginnen. Dass es nicht einfach wird, ist sich Schnückel bewusst. Sorgen macht er sich deswegen nicht. «Ich bin mir schwierige Projekte gewohnt.» Zudem sei er nicht allein. Nebst seinen Investoren-Kollegen gebe es einen Beirat, der mit Fachleuten besetzt sei, die das nötige Wissen mitbringen würden.

30 Millionen für Umbau

Schnückel und seine Partner wollen das Lagerhaus zu einem «Schmuckstück» machen und sind bereit, dafür viel Geld in die Hand zu nehmen. Der Umbau werde mindestens 30 Millionen Franken kosten, sagt Schnückel.

In einem ersten Schritt soll jetzt das Lagerhaus wieder instand gestellt werden. Es fehlen Fenster, das Erdgeschoss ist ein Abstellraum unter anderem für die Schweizerische Bodensee Schifffahrt, und es hat Scherben auf den Böden. Auch die Umgebung soll attraktiver gestaltet werden. Geplant ist weiter, der Firma einen anderen Namen zu geben: Sie soll Kornhaus Romanshorn AG heissen und an die ursprüngliche Funktion des Gebäudes erinnern. Wichtig ist den neuen Eigentümern auch Transparenz. «Wir sind gewillt, in regelmässigen Abständen über den Stand der Planung zu informieren.» Die Investoren wollen so die Bevölkerung an der Entwicklung des Geländes teilhaben lassen.