Zweiter Wärmeverbund in Aussicht

Nach den guten Erfahrungen mit dem ersten Wärmeverbund kann sich die Stadt Amriswil das Einrichten einer zweiten Anlage vorstellen. Ideal wäre eine Kombination mit dem geplanten Hallenbad. Dieses würde eine optimale Auslastung der Anlage ermöglichen.

Rita Kohn
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Von der neuen Wärmezentrale (rot) aus könnten mehrere öffentliche Gebäude versorgt werden, darunter das geplante Hallenbad.

Von der neuen Wärmezentrale (rot) aus könnten mehrere öffentliche Gebäude versorgt werden, darunter das geplante Hallenbad.

Mit dem Bau der Wärmezentrale im Egelmoos ist die Stadt Amriswil bezüglich Energie einen neuen Weg gegangen. Mit Erfolg, wie sich zeigt. Die Rückmeldungen der angeschlossenen Liegenschaften sind positiv, weitere Liegenschaftenbesitzer zeigen sich interessiert. Ein Ausbau der Kapazitäten ist dank der vorausschauenden Planung kein Problem. Doch ist es nicht die Erweiterung der bestehenden Wärmezentrale, die derzeit von einer Kommission beurteilt wird, sondern der Bau einer zweiten Anlage.

Ideale Lage

Zu liegen käme diese südlich des Stadthauses (siehe Plan) auf der Chilbiwiese und könnte in unmittelbarer Nähe gleich mehrere grössere öffentliche Gebäude mit Wärme versorgen. Zum näheren Einzugsgebiet gehörten nebst dem Stadthaus auch die evangelische Kirche oder die Schulanlage Oberfeld. Ausserdem gibt es innerhalb des Radius von 300 Metern mehrere grössere Industrie- oder Gewerbeliegenschaften, die als Abnehmer von Wärme in Frage kämen. Müsste dereinst die Heizanlage des Pentorama ersetzt werden, so käme auch hier ein Anschluss an den Wärmeverbund in Frage.

Hallenbad wäre ideal

Karl Spiess, Leiter der Technischen Betriebe, erklärt, dass für die Auslastung einer zweiten Wärmezentrale der Bau eines Hallenbads optimal wäre. «Der Wärmeverbrauch eines Hallenbads entspricht im Bezug auf eine Wärmezentrale dem Idealfall», so Spiess. Zudem gebe es die Auflage, dass ein neues Hallenbad mit erneuerbarer Energie beheizt werden müsse. Da die Planung derzeit vorsieht, das mögliche Amriswiler Hallenbad in unmittelbarer Nähe zum Freibad und nördlich der Schulanlage Oberfeld zu plazieren, kämen die beiden Projekte nur durch den Hegibach getrennt in den gleichen Bereich zu liegen. Dieser Gedanke hat bei der Wahl des Standorts für eine zweite Wärmezentrale massgeblich beeinflusst.

Nicht zwingend verbunden

Dennoch ist der Bau einer neuen Wärmezentrale nicht zwingend an den Bau des Hallenbads gekoppelt. «Es wäre durchaus denkbar, das Projekt auch dann zu verwirklichen, wenn das Hallenbad als Grossabnehmer nicht zustande käme», sagt Karl Spiess, warnt aber vor übereilten Erwartungen. Denn ohne das Hallenbad müsste die Kostenstruktur für die Wärmezentrale ganz anders berechnet werden. Von der Stadt werden allerdings beide Projekte getrennt behandelt.

Zusammenarbeit denkbar

Mit dem ABA (Arbeitsheim für Behinderte Amriswil), das als holzverarbeitender Betrieb selber über Fernwärme verfügt, ist ein weiterer Faktor im Spiel. «Wir könnten uns eine Zusammenarbeit mit dem ABA vorstellen», sagt Karl Spiess. So wäre es zumindest technisch machbar, dass die Anlage des ABA mit jener der Stadt zusammengehängt werden könnte, um beide Kapazitäten zu nutzen. Oder dass vom ABA aus ein eigener Bereich mit Fernwärme versorgt würde. «Denkbar sind ganz verschiedene Varianten. Sobald die Projekte konkreter werden, wird auch dieses Thema intensiv beraten.»

Kommission an der Arbeit

Um den Bau des zweiten Wärmeverbunds voranzutreiben wurde vom Stadtrat inzwischen eine Kommission eingesetzt. Diese steht unter dem Vorsitz von Stadträtin Barbara Bieger, die schon für die Kommission des Wärmeverbunds Egelmoos verantwortlich zeichnete. Zudem besteht die Kommission weitgehend aus den Mitgliedern der ehemaligen Wärmeverbunds-Kommission, was die Arbeit des Gremiums erleichtert, hat es sich doch schon eingehend mit dem Thema Wärmezentrale auseinandergesetzt.

Weitere Projekte

Keine Stellung beziehen mochte Karl Spiess zur Frage, ob des bei den beiden Wärmezentralen im Zentrum von Amriswil bleiben wird, oder ob weitere Projekte denkbar wären. Sicher sei es nicht auszuschliessen, dass auch an anderen Standorten solche Wärmeverbunde entstehen könnten, so Spiess. Dies auch in Aussenorten wie etwa Oberaach. Um eine Wärmezentrale vernünftig betreiben zu können, müsse aber ein Mindestbezug gewährleistet sein, sagt der Leiter der Technischen Betriebe. Zudem macht es Sinn, wenn zur besseren Auslastung der Anlagen grössere Objekte angeschlossen werden können, etwa öffentliche Bauten oder auch grössere Überbauungen mit Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Liegenschaften.

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