Zwei Kulturen begegnen sich

AMRISWIL. An der albanischen Festa im Kulturforum begegneten sich Menschen albanischer und schweizerischen Herkunft. Das Fest soll das Verständnis füreinander fördern. Präsentiert wurde Albanien auch als Ferienland.

Ramona Riedener
Merken
Drucken
Teilen
Die jungen Tänzerinnen und Tänzer führen albanische Volkstänze auf. (Bild: Ramona Riedener)

Die jungen Tänzerinnen und Tänzer führen albanische Volkstänze auf. (Bild: Ramona Riedener)

«Bist du Ausländer? – Nein, ich bin Albaner.» Das Kurzvideo sagt aus, worum es an diesem Anlass im Kulturforum geht. Wunsch der Organisatoren war es, die schweizerischen und albanischen Kulturen einander näher zu bringen. Die Begrüssung übernimmt Vanessa Lochbaum. Auf Grund ihrer Maturaarbeit sind eindrückliche Kontakte zu albanischen Migranten entstanden. Jetzt organisieren die albanischen Vereine Amriswil und Romanshorn diese Festa im Kulturforum.

Volkstanz und Kulinarisches

Während die Menschen an den Stehtischen ungezwungen über Kultur, Land und Leute diskutieren, zeigt die albanische Tanzgruppe in farbenfrohen Trachten traditionelle Volkstänze. Ein Komiker-Trio nimmt auf humorvolle Weise die albanische Eigenheiten aufs Korn. «Ju bëftë mirë!» heisst es, bevor das umfangreiche Buffet eröffnet wird und die Gäste eingeladen sind, statt Pizza oder Paella einmal eine albanische Spezialität zu probieren. «Ich bin extra wegen der Bakllava hierher gekommen. Das gibt es sonst kaum wo», sagt eine jugendliche Amriswilerin, die sich gerade einen gehäuften Teller dieser albanischen Süssspeise schnappt.

Jeder sucht sich seinen Kreis

Dzemadije und Emrush Ceka leben seit 25 Jahren in Amriswil. Sie freuen sich sehr, dass so viel Schweizer zum albanischen Fest gekommen sind. «Wir finden es schön, dass die Schweizer an unserer Kultur interessiert sind und dass sich Jugendliche, wie Vanessa Lochbaum, für das Thema Integration interessieren.» Gegenseitige Vorurteile abbauen sei am besten möglich, wenn man sich persönlich kennenlerne, betont das albanische Ehepaar. In jedem Völkerkreis gäbe es gute und schlechte Menschen. Man müsse ja nicht jeden mögen. Jeder wähle sich seinen eigenen Freundeskreis selber aus, meint der albanisch-schweizerische Doppelbürger Agron Berisha, der vor 25 Jahren in die Schweiz gekommen ist. «Ich muss nicht von jedem akzeptiert werden. Wenn das Umfeld, die Nachbarn, die Arbeits- und Fussballkollegen mich akzeptieren, genügt mir das.»

«In Albanien gibt es noch unberührte Natur, fern von Industrie und Massentourismus, einsame Sandstrände und stahlblaues Meer, felsige Klippen, hohe Berggipfel und historische Stätten», schwärmt Burim Hasaj von seiner Heimat. Seit 25 Jahren bietet er in seinem Reisebüro Dardania Travel verschiedene Rundreisen durch Albanien an.