Zwei Firmen dürfen zügeln

TÄGERWILEN. Der Weg ist frei: Mit deutlicher Mehrheit wurde an der Tägerwiler Gemeindeversammlung die Teileinzonung der Parzelle 562 genehmigt. Die Unternehmen Schwihag und Ammann erhalten nun einen neuen Standort.

Kurt Peter
Merken
Drucken
Teilen
Markus Thalmann, Gemeindeammann Tägerwilen. (Archivbild: Nana do Carmo)

Markus Thalmann, Gemeindeammann Tägerwilen. (Archivbild: Nana do Carmo)

Eine Gemeindeversammlung zur Ortsplanung ist selten. Es gebe sie nur alle 15 Jahre, meinte Gemeindeammann Markus Thalmann. Und das Interesse war gross, 207 Stimmberechtigte fanden sich am Montagabend in der Bürgerhalle ein. Sie hatten zunächst über das neue Baureglement zu befinden, welches «nach drei Jahren intensiver Arbeit in der Planungskommission nun vorliegt», erklärte Thalmann.

Geregelt wurde an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung auch der Bereich der Mobilfunkanlagen. Konrad Weidmann hatte den Antrag gestellt, dazu einen eigenen Artikel ins Baureglement aufzunehmen. Die wenigen Spielräume solle das neue Baureglement nutzen, meinte er. Es gehe um den Schutz vor Strahlen in der Gemeinde, sein Vorschlag sei moderat und werde den Vorgaben gerecht. Eine deutliche Mehrheit von 182 Stimmberechtigten sahen das auch so, nur zehn Anwesende stimmten gegen den Antrag. Die anschliessende Abstimmung über das Baureglement fand eine grossmehrheitliche Zustimmung.

Schützenhaus nicht integriert

Die Teileinzonung der Parzelle 562 und die gleichzeitige Umzonung des bisherigen Standortes der Firmen Schwihag und Ammann gaben mehr zu reden. Um die Aussiedlung möglich zu machen, müssen von der Parzelle 562 17 000 Quadratmeter neu in die Arbeitszone A1 übertragen werden. Ein Bürger fragte, warum das benachbarte Schützenhaus nicht in die Pläne integriert worden sei und damit Kulturland geschont. Thalmann antwortete, das führte zu hohen Kosten für Rückbau und Ersatz. Er schätzte diese auf rund zwei Millionen Franken.

Für Bruno Schlauri war klar, dass «wir den beiden Firmen die Tätigkeit in Tägerwilen nach wie vor ermöglichen wollen». Er stellte den Antrag, nur über die Teileinzonung der Parzelle 562 abzustimmen. Mit der Umzonung im Dorf pressiere es nicht, angesichts des weiterhin hohen Baubooms sei zudem Vorsicht geboten.

Für Thalmann hingegen war klar, dass im Gebiet Oberstrasse weiterhin Wohnbauten möglich sein müssten. «Diese Arbeitszone ist eine Insel im Wohngebiet», sagte er. 120 Stimmberechtigte lehnten den Antrag von Bruno Schlauri ab, 70 stimmten dafür. In geheimer Abstimmung sprachen sich 126 für den Antrag des Gemeinderates aus, 82 stimmten dagegen.

Keine reine Arbeitszone

Weniger Diskussionen gab es bei der anschliessenden Beratung über den Zonenplan. Der Antrag von Christian Schwarz, das Areal Galli/Bösch als reine Arbeitszone zu belassen, wurde von den Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit abgelehnt.

Gegen das Vorhaben der Planungskommission, eine 2,11 Hektar grosse Parzelle zu kaufen und in eine öffentliche Zone zu übertragen, wehrte sich wieder Christian Schwarz. Der Gemeindeammann sah die Massnahme als grosse Chance, Landreserven für Gemeindeaufgaben zu halten. Schwarz' Antrag wurde deutlich abgelehnt, der neue Zonenplan schliesslich mit 159 Ja- gegen 35 Nein-Stimmen bewilligt. Diskussionslos stimmte die Gemeindeversammlung abschliessend der neuen Beitrags- und Gebührenordnung zu.