Zwei Fan-Hauptquartiere

Im Westen feiern die Deutschen. Im Osten jubeln die Italiener. Allerdings nur, wenn sie auch gewinnen. Heute geht es bei der Fussball-Europameisterschaft um alles. Welche der beiden Fussball-Grossmächte schafft den Einzug in den Final? Eine Frage, die Kreuzlingen in zwei Lager aufteilt.

Drucken
Teilen

Im Westen feiern die Deutschen. Im Osten jubeln die Italiener. Allerdings nur, wenn sie auch gewinnen. Heute geht es bei der Fussball-Europameisterschaft um alles. Welche der beiden Fussball-Grossmächte schafft den Einzug in den Final? Eine Frage, die Kreuzlingen in zwei Lager aufteilt. Die Anhänger beider Nationen haben in Kreuzlingen ein Hauptquartier.

Der schönste aller Staus

Wer mit den Azzurri mitleiden oder jubeln will, trifft Gleichgesinnte im Centro Italiano beim Schwimmbad Hörnli. Ganz im Osten der Stadt hätten sich 500 bis 600 Fans zu den letzten Spielen der Italiener eingefunden. Diese Zahl schätzt Michele Schiavone. Der Kulturverantwortliche des Centro war erstaunt über den grossen Zulauf. «Es war wie im Stadion». Vor allem die jungen Italiener, so zwischen 18 und 30, hätten emotional mitgefiebert. Aus der ganzen Region und auch aus Konstanz sei die Italo-Szene zusammengekommen. Im Centro gibt es den Halbfinal-Klassiker auf einer grossen Leinwand in der Boccia-Bahn oder auf grossen Fernsehern im Freien zu sehen. Bei jedem Tor der Squadra Azzurra gibt es ein Gratisbier für jeden im Lokal. Sollte Italien gewinnen, ist das Centro schnell leer. Die Italiener eilen dann los und bilden den schönsten aller Staus auf dem Boulevard. Musikalisch unterlegt mit einem Hupkonzert.

Arena vielleicht zu klein

Sollten die Deutschen gewinnen, wird hauptsächlich in Konstanz gefeiert. Die rund 1500 Fans, welche in der Bodensee-Arena die Spiele der Deutschen verfolgten, sind nämlich vorwiegend von dort. Heute könnten es noch mehr werden, erwartet Organisator Peter Porubcan vom Hockeyclub Bodensee-Devils. Es könnte sogar sein, dass man Fans abweisen müsse, wenn es zu viele wären. «Klar. Die Deutschen sind bei uns in der Übermacht», sagt Porubcan. Er erwartet aber auch einige Italiener heute. «Alle Zuschauer fühlen sich bei uns wohl, alles ist friedlich.» Und das solle auch so bleiben. «Es ist ja nur Sport.» Urs Brüschweiler

Aktuelle Nachrichten